Strenge Erziehung

Ich hatte gerade wieder einmal das Vergnügen, Einsicht in eine Strafakte zu nehmen – es ging um wiederholte Fälle von Betrug und Urkundenfälschung. In solchen Strafakten findet man oft das pralle Leben – Fotos mit Verbrechervisagen, Vernehmungsprotokolle, dramatische Geschehensabläufe, Handy-Untersuchungsberichte mit sämtlichen SMSen, die die bösen Buben in der Zeit vor der Verhaftung gesendet oder empfangen haben, und in denen es meist um Stress mit der Freundin geht oder die schönste selbst gedichtete Liebeslyrik (nur als Entwurf gespeichert) zutage gefördert wird. Kurz – eine willkommene Abwechslung.

In der aktuellen Akte ging es um eine Gruppe von Männern überwiegend pakistanischer Abstammung, die etliche Banken um ein wenig Geld erleichtert hatte. Eines der Bandenmitglieder war für die Fälschung von Gehaltsabrechnungen und Pässen zuständig, ein anderer war der Vermittler, der nach geeigenten Strohmännern mit Geldbedarf suchte und denen dann einredete, es wäre völlig risikolos mit den gefälschten Unterlagen einen Kredit aufzunehmen (und das Geld untereinander aufzuteilen), und ein weiterer Mann war dann der Fiesling, der den Strohmännern einen Teil des Geldes wieder abnahm (soweit die das nicht freiwillig hergaben) bzw. manche Kleinkriminelle mittels Bedrohung dazu brachte, wiederum den Strohmann zu spielen. Auf diese Weise wurden Kreditkarten und Darlehen beantragt; das Geld wurde natürlich in keinem Fall zurückgezahlt. In einem Fall war die Darlehensnehmerin eine arbeitslose Mutter eines schwerkranken Kindes, welches mittlerweile verstorben ist. Sie bekam von dem Darlehen in Höhe von mehreren 10.000 € nur 5.000 €; den Rest haben die anderen einbehalten.

In einem anderen Fall wurde ein Jugendlicher bequatscht, mit gefälschten Unterlagen einen Kredit zu beantragen; in diesem Fall erkannten aber die Bankmitarbeiter die Fälschung, und d…

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Themen: Kredit , Freundin , Strenge Erziehung

Erschienen 18. März 2010 auf http://www.ra-sonja-horn.de/blog.

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