Streit um Bau-Mindestlöhne endet mit Kompromiss
am 21.06.2008 von
Berlin (Reuters) - Im Streit über die Mindestlöhne in der deutschen Bauwirtschaft haben sich die Tarifparteien nach elfstündigen Verhandlungen in Königswinter auf einen Kompromiss verständigt.
Wie die Gewerkschaft IG BAU am Freitagabend mitteilte, stimmten sie sowie die beiden Branchenverbände ZDB und HDB einem Schiedsspruch des Schlichters Wolfgang Clement zu. Demnach bleiben die Mindestlöhne am Bau in Ostdeutschland wie von der Gewerkschaft gefordert zweistufig, werden in diesem Jahr allerdings nicht angehoben. Die Mindestlöhne im Osten bleiben demnach für ein Jahr unverändert bei neun Euro für ungelernte Arbeiter und 9,80 Euro für Facharbeiter. Der neue Mindestlohntarifvertrag gelte ab 1. September 2008 für ein Jahr.
Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) hatte ursprünglich darauf bestanden, dass nur noch eine untere Lohngrenze verbindlich vorgeschrieben wird. Die Mindestlöhne in Westdeutschland steigen dagegen für ungelernte Bauarbeiter von 10,40 Euro auf 10,70 Euro und für Fachkräfte von 12,50 Euro auf 12,85 Euro. Eine Gewerkschaftssprecherin betonte, alle drei Tarifparteien hätten eine zweiwöchige Erklärungsfrist bis zum 4. Juli zur endgültigen Annahme des Schiedsspruches. IG-Bau-Chef Klaus Wiesehügel: Damit bleibt das Baugewerbe ein Vorbild für alle Branchen, die einen Mindestlohn anstreben. Das Bauhauptgewerbe in Deutschland beschäftigt rund 700.000 Mitarbeiter.
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