Nach Streetview nun Streetside
hb-law.de | 8. April 2011 — Nachdem die Diskussionen über Google Streetview nahezu verebbt sind, rollt die nächste Kolonne Kameraautos auf Deutschland zu. …
Bekanntlich sind seit Mai dieses Jahres Kameraautos für den Geodatendienst Bing Maps Streetside von Microsoft auf Deutschlands Straßen unterwegs, um Straßen und Häuser zu filmen. Erstes Bildmaterial soll voraussichtlich ab Sommer 2011 in das bestehende Kartenmaterial von Bing Maps integriert werden.
Microsoft beugt sich dem DatenschutzNach Meldungen u.a. von WELT ONLINE hat Microsoft den Forderungen der Datenschützer nachgegeben und räumt nunmehr Mietern und Hausbesitzern die Möglichkeit ein, der Veröffentlichung von Aufnahmen ihrer Häuser im Internet vorab innerhalb der Frist von acht Wochen vor der Freischaltung zu widersprechen.
Wer wolle, dass sein Haus Straßenfoto-Dienst unkenntlich gemacht wird, soll von August bis September beim US-Konzern einen entsprechenden Antrag einreichen. Details zum Verfahren sollen allerdings erst “rechtzeitig” im Vorfeld der Veröffentlichung bekannt gegeben werden.
Wie Google Street ViewSo wie bereits im vergangenen Jahr Google mit seinem Konkurrenzprodukt Google Street View hatte Microsoft ursprünglich geplant, das Material erst einmal komplett auf seine Seite zu stellen, ohne Rücksicht darauf, ob die Betroffenen dies wollten oder nicht. Erst nach der Veröffentlichung sollten die betroffenen Anwohner entsprechende Gebäude verpixeln lassen können.
Microsoft begründete seinen ursprünglichen Plan nach Angaben von chip.de damit, dass für einen Vorabwiderspruch erhebliche Datenmengen erhoben werden müssten.
Strittige RechtslageDie Rechtslage zum Vorabwiderspruch durch Betroffene ist jedoch strittig. Der Geodaten-Kodex des High-Tech-Verbandes BITKOM sieht nämlich keinen Vorabwiderspruch vor. Der Präsident des Verbandes BITKOM, Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer, kritisiert, dass sich Microsoft dem Druck gebeugt habe und äußerte:
Wir haben Verständnis dafür, dass Microsoft nunmehr auf Druck von Datenschützern und Politikern auf freiwilliger Basis eine Vorabwiderspruchsmöglichkeit bei seinem Geodatendienst Bing anbietet.
Mittelstand hat NachsehenAnders als mittelständische Unternehmen sind laut der Pressemitteilung des BITKOM große und international aufgestellte Unternehmen wie Google und Microsoft in der Lage, einen Vorabwiderspruch für Panoramadienste im Internet einzurichten. Dagegen können mittelständische deutsche Anbieter den mit dem Vorabwiderspruch verbundenen Aufwand faktisch gar nicht stemmen. Dies führe dazu, dass innovative Mittelständler aus Deutschland kaum mehr entsprechende Angebote auf den Markt bringen können, da die Bearbeitung vielzähliger Vorabwidersprüche für kleinere Unternehmen nicht zu bewältigen sei.
Wozu die ganze Aufregung?Um zu beurteilen, ob es die Aufregung überhaupt wert ist, ist zu differenzieren – und zwar danach, wie die Aufnahmen erfolgen und was sie zeigen.
Das allgemeine Persönlichkeitsrecht, das aus Artikel 1 Abs. 1 i.V.m…
» Vollständiger ArtikelErschienen 10. Juni 2011 auf http://www.datenschutzbeauftragter-info.de.
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Kanzlei Dr. Schenk | 10. August 2011 — Ebenso wie es bei google "streetview" möglich war und ist können Hausbesitzer gegen die Veröfentlichnung von Bildern Ihres Gebäude…
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Bösel, Kohwagner & Kollegen | 22. Dezember 2009 — Laut eines Berichts des Heise-Verlags hat eine Design-Firma aus St. Louis im US-Bundesstaat Missouri eine Markenrechtsklage g…
Datenschutzbeauftragter | 17. März 2011 — In Deutschland – im Land der Häuslebauer – scheinen die allgemeinen Persönlichkeitsrechte von altehrwürdigem Beton und Backst…
SAMMET-LAW | 30. März 2011 — Die Eigentümerin eines Einfamilienhauses hatte vor dem Landgericht Berlin erfolglos versucht, der Google Inc. die Aufnahme ihre…
Microsoft macht nun doch Vorab-Widerspruch möglich
Nach heftigen Protesten von Datenschützern hat sich Microsoft jetzt doch dazu bereit erklärt, ein Vorabwiderspruchsrecht gegen die Abbildung von Gebäuden im Netz durch den Dienst StreetSide anzubieten.
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