Steuerwirrwarr bei Bayer Leverkusen. Dubiose Zahlungen in Höhe von 11,85 Millionen Dollar
am 28.04.2006 von strafblog
Der Geschäftsführer von Fußballbundesligaclub Bayer Leverkusen, der in der Affaire Calmund selbst ins Visier geratene Wolfgang Holzhäuser, hat nach einem Bericht der RHEINISCHEN POST eingeräumt, für den Verein schon vor 2 Jahren eine sogenannte strafbefreiende Selbstanzeige wegen dubioser Zahlungen in Höhe von 11,85 Millionen US-Dollar, das entspricht rund 9,5 Millionen Euro, beim zuständigen Finanzamt erstattet zu haben. Die Zahlungen waren auf Konten lateinamerikanischer Firmen geflossen, welche dem einflussreichen Spielerberater Juan Figer aus Uruguay zugeordnet werden, der an zahlreichen Transfers vor allem brasilianischer Asse (Ze Roberto, Franca, Robson Ponte, Juan, Paulo Rink) nach Leverkusen beteiligt war. Auf Grund der Selbstanzeige und der zwischenzeitlich erfolgten Steuernachzahlung droht dem Verein aber keine weitere strafrechtliche Verfolgung.
Laut Holzhäuser habe es keine handfesten Anhaltspunkte für verdeckte Nettozahlungen an Spieler in den Verträgen von 1998 bis 2003 gegeben. Die erfolgten Zahlungen hätten aber nicht genau aufgeklärt werden können. Dass die am 18. Mai 2004 erfolgte strafbefreiende Erklärung beim Finanzamt Leverkusen rund drei Wochen vor dem Rücktritt von Co-Geschäftsführer Reiner Calmund (8. Juni 2004) erfolgte, wollte Holzhäuser ausdrücklich nicht kommentieren. Gegen Calmund ermittelt die Staatsanwaltschaft Köln weiter wegen des Verdachts der Untreue wegen der Zahlung von 580.000 Euro an den Spielerberater Volker Graul, schreibt die RHEINISCHE POST und verweist auf zahlreiche weitere interessante Details, die sich durch einen Klick auf den roten Link in diesem Text erschließen.
Autor: RA Rainer Pohlen
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