Steuerberater nimmt langjährigen Mandanten aus

Über 300.000 Euro seines besten Mandanten hat ein Steuerberater aus Schweinfurt in die eigene Tasche gesteckt. Dafür soll der 66-Jährige büßen: Das Amtsgericht Würzburg verurteilte ihn wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Untreue in 74 Fällen sowie zweifacher Steuerhinterziehung zu zwei Jahren und neun Monaten Haft.

Seit gut 30 Jahren war der Angeklagte als Steuerberater tätig. Für seinen besten und größten Mandanten, einen Schweinfurter Metzger, war er über zwei Jahrezehnte lang fast so etwas wie ein „Familienberater“. Das hielt ihn aber nicht davon ab, seine eigenen finanziellen Löcher aus dem Vermögen des Metzgers zu stopfen. Zwischen Sommer 2001 und Februar 2005 kamen über 300.000 Euro zusammen. Immer ein Posten einer Sammelüberweisung, die er sich von dem Metzger unterschreiben ließ, landete auf dem Konto des Angeklagten. Im Durchschnitt waren es über 6.000 Euro pro Monat.

Allerdings sei nicht „die blanke existenzielle Not“ der Grund für die Taten gewesen, stellten Anklagevertreter und Gericht fest: Für den Angeklagten wurde es unter anderem deshalb finanziell eng, weil er die Darlehen für gleich zwei Wohnhäuser bedienen musste. „Das waren schon eher Luxusaufwendungen“, meinte Staatsanwalt Frank Gosselke.

Der 66-Jährige legte ein umfassendes Geständnis ab und beschönigte nichts: „Ich schäme mich. Als ich die Summe gesehen habe, habe ich mich selbst nicht mehr begriffen.“ Er hat erhebliche kriminelle Energie in seine Taten gesteckt. Um die veruntreuten Beträge zu verschleiern, frisierte er zwei Steuererklärungen des Metzgers, der des…

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Themen: Steuerberater , Steuerberater Untreue

Erschienen 20. Juli 2008 auf http://www.woetzel-online.info/.

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