Steuerberater muss Geldstrafe seines Mandanten zahlen

Wenn der Steuerpflichtige aus eigenem Antrieb heraus – also vorsätzlich – und sei es mit Hilfe seines Steuerberaters Steuern hinterzieht, muss er selbstverständlich einen im Strafverfahren gegen ihn festgesetzten Geldbetrag aus eigener Tasche zahlen. Anders ist es allerdings, wenn der Steuerberater beim Fertigen der Steuererklärungen Fehler macht, die zu einem Strafverfahren gegen seinen Mandanten führen. Als selbstständiger Unternehmer vertraut man beim Erstellen der Steuererklärung dem steuerlichen Berater. Als dieser bei seinem Mandanten unter anderem die Privatanteile des betrieblich eingesetzten PKW vergaß anzusetzen, fiel dieses erst bei einer Betriebsprüfung auf. Der Betriebsprüfer leitet – wie es im Regelfall geschieht – ein Steuerstrafverfahren ein, das mit einem Strafbefehl gegen den Steuerpflichtigen endet. Die gezahlte Geldstrafe und die Hinterziehungszinsen forderte der Mandant sodann erfolgreich von seinem Steuerberater zurück. Denn der Steuerberater muss seinen Mandanten vor dem Begehen eines Strafverfahrens schützen. Da der Unternehmer ohne Unrechtsbewusstsein die ihm von seinem Berater vorgelegte Steuererklärung unterschrieb, wurde gegen eben diese Schutzpflicht verstoßen. Auch wenn dem Steuerpflichtigem ein gewisses Mitverschulden eingeräumt wurde, hatte das Strafverfahren zumindest zum …

» Vollständiger Artikel
  • Infos zum Artikel
  • Kommentare
  • Ähnliches

Themen: Rechtsanwalt , Bundesgerichtshof
Rechtsgebiet: Strafrecht

Erschienen 25. August 2010 auf http://www.kapital-rechtinfo.de.

Sie haben eine Meinung zum Thema? Artikels kommentieren
Artikel kommentieren

Steuerberater auf dem Glatteis – steuerunehrliche Mandanten können dabei ins Schliddern kommen

KAPITAL-RECHTINFO | 13. August 2010 — Kümmert sich ein Steuerberater nicht um die mangelhafte oder gar falsche Buchführung seines Mandanten, meldet die Steuern daraufhi…

VIP 3 und 4: Provision an Steuerberater hinter dem Rücken des Anlegers führt zum Schadensersatz

KAPITAL-RECHTINFO | 8. Februar 2011 — Die Film- und Entertainment VIP Medienfonds 3 GmbH & Co. KG (VIP 3) sowie der Nachfolgerfonds Film- und Entertainment VIP Medi…

Haftung des Anwalts bei Rücknahme eines Rechtsbehelfs

Rechtblog | 22. Juni 2007 — Nimmt ein Steuerberater oder ein Rechtsanwalt einen Rechtsbehelf ohne Rücksprache mit dem Mandanten zurück, liegt hierin kein V…

Gut geblufft

LawBlog | 21. September 2009 — Gegen die Kündigung des Mandanten war nichts zu machen. Wohl aber dagegen, dass ihm seine Chefs für die letzten zwei Monate kei…

Aktenkenntnis schadet nicht

Strafverfahren - in Koblenz und anderswo | 7. Dezember 2009 — Das Strafverfahren gegen meinen Mandanten wegen gefährlicher Körperverletzung wurde eingestellt. Es stellte sich im Zuge der Ermit…

Klage Steuerberaterprüfung: Kein Zeitdruck für Klage gegen Steuerberater

Handakte WebLAWg | 18. Januar 2006 — Wer seinen Steuerberater wegen einer Fehlberatung verklagen will, hat dafür Zeit. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs setz…

Steuerberater muss an Klagefrist erinnern

Anwaltskanzlei Ferner Alsdorf | 3. Februar 2010 — Ein Steuerberater muss an den Ablauf der Klagefrist erinnern, wenn er die Einspruchsentscheidung des Finanzamts nicht sofort an…

Steuerberaterhotline: JurPC: BGH zur Steuerberater-Hotline

LAWgical | 20. April 2005 — JurPC veröffentlicht ein Urteil des BGH zur Rechtmäßigkeit einer Steuerberater-Hotline (Urteil vom 30.09.2004 - I ZR 89/02) im …

Verjährungsbeginn bei Steuerberatern

Blickpunkt Recht & Steuern | 13. Januar 2006 — Die Verjährungsfrist für einen Schadensersatzanspruch gegen einen Steuerberater beginnt regelmäßig mit dem Zugang des dem Man…

Der Steuerberater und die Klagefrist

Rechtslupe | 1. Februar 2010 — Ein Steuerberater muss seinen Mandanten an den Ablauf der Klagefrist erinnern, wenn er die Einspruchsentscheidung des Finanzamt…