Österreichs größter Bankenskandal vor Gericht
am 13.07.2007 von http://log.handakte.de/
Österreichs größter und folgenreichster Bankenskandal findet an diesem Montag (16. Juli) ein gerichtliches Nachspiel. Neun ehemalige Bosse der einstigen Gewerkschaftsbank BAWAG müssen sich vor Gericht wegen Untreue und anderer Vergehen verantworten.
Prominentester Angeklagter ist der langjährige Vorstandsvorsitzende der Bank, Helmut Elsner (72), der erst nach monatelangem Tauziehen mit den französischen Behörden überhaupt von seiner Villa in Südfrankreich in die Untersuchungshaft nach Wien gebracht werden konnte.
Laut Anklage hatten Elsner und seine Kollegen durch ihr Verhalten die inzwischen an den US-Hedge-Fonds Cerberus verkaufte Bank an den Rand des Zusammenbruchs und den Österreichischen Gewerkschaftsbund ÖGB in den finanziellen Ruin getrieben. Der Schaden, den Elsner dem Unternehmen zugefügt haben soll, liegt bei rund 1,4 Milliarden Euro. Im Falle einer Verurteilung müssen die Angeklagten mit bis zu zehn Jahren Gefängnis rechnen.
Nicht auf der Anklagebank sitzen allerdings die Spitzenfunktionäre des ÖGB, angeführt vom ehemaligen ÖGB-Vorsitzenden Fritz Verzetnitsch. Sie sahen nicht nur zu, wie Österreichs viertgrößte Bank durch waghalsige Spekulationen in den USA und der Karibik Milliardenverluste einfuhr: Der Hauptspekulant und Sohn eines früheren BAWAG-Chefs, Wolfgang Flöttl, sitzt mit auf der Anklagebank. Sie versuchten auch jahrelang, den Skandal zu vertuschen und riskierten schließlich bewusst die Existenz aller österreichischen Gewerkschaften, in dem sie den Streikfonds des ÖGB als verlorene Bürgschaft einsetzten. Über Jahre hinaus dürfte der ÖGB aus diesem Grund praktisch handlungsunfähig sein.
Der Gewerkschaftsbund musste inzwischen fast alle Liegenschaften in seinem Besitz verkaufen und die Zusatzrenten seiner Mitarbeiter beschneiden. Doch damit allein waren die Bank und der ÖGB nicht zu retten. Nur durch die Gewährung einen Bürgschaft in Höhe …
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