Steinmeier knüpft kaum Hoffnungen an Verhandlungen mit Taliban

Islamabad/Berlin (Reuters) - Außenminister Frank-Walter Steinmeier knüpft nach eigenen Worten kaum Hoffnungen an die Verhandlungen zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban.

Wenn man sich die Erfahrungen aus der Vergangenheit und den engen Kontakt der Taliban mit dem Extremisten-Netz Al-Kaida vergegenwärtige, sei kein Optimismus angebracht, sagte der SPD-Politiker in einem am Dienstag veröffentlichten Interview der pakistanischen Zeitung "The News". Die Verantwortung für die Verhandlungen lägen allein bei der afghanischen Regierung.

"Ich warne davor, die Bereitschaft zum Dialog als Zeichen der Schwäche zu werten", sagte Steinmeier. Er hielt sich am Dienstag zu einem Besuch in Pakistan auf, wollte aber noch am selben Tag nach Saudi-Arabien weiterreisen. In der jüngsten Vergangenheit haben die Kämpfe zwischen den Taliban und Nato-Truppen zugenommen. Allein in diesem Jahr sind so viele Menschen ums Leben gekommen, wie in keinem Jahr seit dem Sturz der Taliban-Regierung Ende 2001.

Deutsche Soldaten entgingen am Montag in Pol-i-Khomri im Norden Afghanistans offenbar nur knapp einem Selbstmordanschlag, bei dem zwei US-Soldaten getötet wurden. Bei dem Angriff auf eine Polizeistation seien einige deutsche Fahrzeuge beschädigt worden, teilte die Bundeswehr mit. Zwei verletzte Soldaten aus den USA und Ungarn würden im deutschen Lazarett in Masar-i-Scharif behandelt.

Saudi-Arabien hatte vergangene Woche Geheimverhandlungen zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban bestätigt. Vertreter der Taliban und der vom Westen unterstützten Regierung Präsident Hamid Karsais seien in Mekka während des Fastenmonats Ramadan in Anwesenheit des saudischen Königs Abdullah zusammengekommen. Experten zufolge hofft die Regierung von Saudi-Arabien, mit Hilfe von Verhandlungen das Bündnis zwischen den Taliban und dem Terrornetz Al-Kaida zu kappen und damit auch Pakistan zu stabilisieren. Pakistan ist ein enger Verbündeter der USA und Saudi-Arabiens und kämpft im Grenzgebiet zu Afghanistan gegen radikal-islamische Aufständische.



Quelle: Reuters (28. Oktober 2008)

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Themen: Berlin , Vergangenheit , Taliban

Erschienen 28. Oktober 2008 bei http://www.reuters.com.

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