Steinbrück: Wachstum 2009 fällt schlechter aus als erwartet
Berlin (Reuters) - Finanzminister Peer Steinbrück rechnet wegen der internationalen Finanzkrise im kommenden Jahr mit einem geringeren Wirtschaftswachstum als bislang erwartet.
Für 2008 habe er keinen Anlass für eine Revision der Wachstumsprognose von 1,7 Prozent, sagte der SPD-Politiker dem Magazin "Der Spiegel" laut Vorabbericht. "Aber 2009 dürfte deutlich schlechter werden als die bisher geschätzten 1,2 Prozent Wachstum", sagte Steinbrück.
Auch Wirtschaftsminister Michael Glos erwartet, dass die Prognose für 2009 gesenkt wird. "Wir werden unsere Prognose für das nächste Jahr wohl deutlich nach unten korrigieren müssen", sagte er der "Bild"-Zeitung vom Samstag. Er erwarte eine "Belastungsprobe für Deutschland". Die Bundesregierung will ihre Wachstumsprognose für das kommende Jahr am 16. Oktober aktualisieren.
Wie stark sich die Finanzkrise auf die deutsche Wirtschaft auswirkt, ist Steinbrück zufolge noch nicht absehbar. "Aber natürlich wird diese Krise auf das Wachstum durchschlagen. Einige Entwicklungen sind allerdings zurzeit auch gegenläufig. Der Arbeitsmarkt entwickelt sich noch gut. Wir haben noch erfreuliche Steuereinnahmen", sagte er.
Mit Blick auf das von der US-Regierung geplante Rettungspaket über 700 Milliarden Dollar sagte Steinbrück, er sehe "weder Notwendigkeit noch Möglichkeit, in die Verantwortung für amerikanische Banken zu gehen, und unsere Lage ist robuster".
Quelle: Reuters (27. September 2008)
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