Chaos Computer Club enttarnt den Bundestrojaner
LawBlog | 8. Oktober 2011 — Der Chaos Computer Club (CCC) hat nach eigenen Angaben Exemplare des Bundestrojaners untersucht, die ihm zugespielt wurden. Mit…
Der Chaos Computer Club (CCC) hat nach seinen Angaben eine staatliche Spionagesoftware analysiert.
Der so genannte “Bundestrojaner” oder je nach Bundesland auch “Bayerntrojaner” etc. dient Ermittlern in Deutschland zur Quellen-Telekommunikationsüberwachung, damit Gespräche über das Internet, die per Voice-over-IP übermittelt werden, bereits vor der Verschlüsselung beim Sender oder nach der Entschlüsselung beim Empfänger abgehört werden können.
Da diese “Quellen-TKÜ” einen gravierenden staatlichen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte des Betroffenen darstellt, darf diese ausschließlich für das Abhören von Internettelefonie verwendet werden. Dies muss durchentsprechende technischen und rechtlichen Maßnahmen gewährleistet werden.
Der CCC prangert an, dass der von ihm untersuchten Trojaner nicht nur höchst intime Daten ausleiten könne, sondern auch eine Fernsteuerungsfunktion zum Nachladen und Ausführen beliebiger weiterer Schadsoftware biete. Aufgrund grober Design- und Implementierungsfehler entstünden außerdem eklatante Sicherheitslücken in den infiltrierten Rechnern, die auch Dritte ausnutzen könnten. Der Trojaner sehe eine Erweiterbarkeit auf die volle Funktionalität des Bundestrojaners – also das Durchsuchen, Schreiben, Lesen sowie Manipulieren von Dateien – von Anfang an vor. Sogar ein digitaler großer Lausch- und Spähangriff sei möglich, indem ferngesteuert auf das Mikrophon, die Kamera und die Tastatur des Computers zugegriffen wird.
Nach Angaben von SPON stammt zumindest einer der Trojaner aus Bayern. Ein Strafverteidiger aus Landshut hatte eine verseuchte Festplatte, die seinem Mandanten gehörte, an den CCC weitergegeben. Weitere Details nennt heise online.
Ob dieser Trojaner tatsächlich von staatlichen Stellen eingesetzt wu…
» Vollständiger ArtikelErschienen 12. Oktober 2011 auf http://www.lbr-law.de.
LawBlog | 8. Oktober 2011 — Der Chaos Computer Club (CCC) hat nach eigenen Angaben Exemplare des Bundestrojaners untersucht, die ihm zugespielt wurden. Mit…
Rechtsanwalt Martin Steiger | 23. November 2011 — Gemäss heutiger Medienmitteilung spricht sich der Bundesrat dafür aus, im Rahmen der Revision des Bundesgesetzes betreffend d…
beck-blog | 9. Oktober 2011 — Das, was die FAS heute veröffentlichte, ist schockierend und muß unbedingt aus allen juristischen Rohren angegriffen werden. …
Datenschutzbeauftragter | 10. Oktober 2011 — Der sogenannte Bundestrojaner hat in den letzten Politiker, die Öffentlichkeit und die Medien gleichermaßen beschäftigt. Grun…
criminologia | 13. Oktober 2011 — Am Wochenende wurde bekannt, dass der sog. Staatstrojaner – entgegen der Bekundungen der Bundesregierung (PDF) – im Einsa…
Internet-Law | 9. Oktober 2011 — Dem Chaos Computer Club (CCC) wurde der Quellcode des sog. Behördentrojaners zugespielt, den man aus der öffentlichen Diskussio…
Kanzlei Dr. Schenk | 13. Oktober 2011 — Seitdem der Chaos Computer Club (CCC) , dem der sogenannte Bundestrojaner zugespielt wurde, offenlegte, dass dieser es dem Ve…
Anwaltskanzlei Ferner Alsdorf | 9. Oktober 2011 — Die Zeit schrieb schon gestern: Der Chaos Computer Club hat mehrere Exemplare des sogenannten Bundestrojaners gefunden. …
ComputerStrafrechtBLOG | 10. Oktober 2011 — Bundestrojaner, Landestrojaner oder Bayerntrojaner, was hat der CCC untersucht? Die Antwort ist einfach, die Diktion des CCC …
Anwaltskanzlei Ferner Alsdorf | 9. Oktober 2011 — Die Zeit schrieb schon gestern: Der Chaos Computer Club hat mehrere Exemplare des sogenannten Bundestrojaners gefunden. …
Bayerns Innenminister Herrmann bestätigt, dass vom Chaos Computer Club analysierte Schüffelsoftware von bayerischen Behörden eingesetzt wurde. Das dürfte noch für einige Verwerfungen sorgen, denn die Software enthält Funktionen, die als verfassungswidrig eingestuft werden können.
Der rechtswidrige und schlampig programmierte Staatstrojaner, den der CCC analysierte, stammt unter anderem von staatlichen Stellen in Bayern beziehungsweise vom Zoll. Das teilte der Anwalt eines Betroffenen mit. Bayerns Innenminister bestätigte dies.
Es sind die ersten Reaktionen auf die Enthüllung: Der Datenschutzbeauftragte Peter Schaar hat eine Prüfung des womöglich illegalen Bundestrojaner-Einsatzes angekündigt. Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger forderte umgehende Aufklärung.