Staat baute auch 2007 Stellen ab -Verdi warnt vor Kaputtsparen
am 20.06.2008 von
Berlin (Reuters) - Bund, Länder und Kommunen haben ihren Stellenabbau 2007 fortgesetzt.
Die Zahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst sank um 36.000 oder 0,8 Prozent auf 4,5 Millionen, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Seit der Wiedervereinigung 1990 fiel jeder dritte Arbeitsplatz weg - 2,2 Millionen Jobs gingen dabei verloren. Im vergangenen Jahr hatte der Staat erstmals seit langer Zeit wieder einen Überschuss erzielt.
Die Gewerkschaft ver.di befürchtet, dass der Stellenabbau weitergeht und warnte vor einem Kaputtsparen. Die Qualität der staatlichen Dienstleistungen ist in Gefahr, sagte der Sprecher des Bundesvorstandes, Harald Reutter. Gleichzeitig nehme die Arbeitsbelastung der Beschäftigten zu. So steigt die Zahl der Patienten in den Krankenhäusern, während die der Pflegekräfte sinkt, sagte Reutter.
Die meisten Stellen fielen im kommunalen Bereich weg. Dort arbeiteten rund 17.000 Beschäftigte weniger als ein Jahr zuvor. Der Bund (einschließlich Bundeseisenbahnvermögen) baute 4400 Stellen ab, im Landesbereich gab es einen Rückgang um 14.000. Bei den Sozialversicherungsträgern und bei der Bundesagentur für Arbeit blieb die Zahl der Beschäftigten nahezu stabil.
Vom Abbau betroffen waren vor allem Arbeitnehmer, deren Zahl sich um 27.600 verringerte. Die Zahl der Beamten und Richter sank um 8600. Ein Stellenplus meldete die Bundeswehr, die 700 Berufs- und Zeitsoldaten mehr beschäftigte.
Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten des öffentlichen Dienstes nahm um 1,6 Prozent ab und lag damit bei 3,1 Millionen. Bei den Beschäftigten in Teilzeit gab es dagegen ein Plus von 1,1 Prozent auf 1,4 Millionen, weil vor allem Altersteilzeit verstärkt genutzt wurde.
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