SSV Ulm schaltet wegen Fußball-Betrugsfall Anwalt ein

Düsseldorf (Reuters) - Der Fußball-Regionalligist SSV Ulm hat nach eigenen Angaben keine Erkenntnisse darüber, in einen neuen Fall von Wettbetrug verwickelt zu sein.

"Wir gehen davon aus, dass das nicht so ist", sagte Geschäftsführer Markus Lösch am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Der Club werde einen Anwalt einschalten, um bei der Staatsanwaltschaft Bochum Akteneinsicht zu erhalten. "Da müssten ja Namen drinstehen." Sollten sich Spieler des Vereins an Betrügereien beteiligt haben, drohe ihnen die fristlose Kündigung, sagte der Manager. "Wenn es so ist, werden wir mit dem Härtesten vorgehen."

Die Staatsanwaltschaft und Polizei Bochum ermitteln nach eigenen Angaben seit Anfang des Jahres gegen eine international agierende Bande, der fortgesetzte, gewerbsmäßige Wettbetrügereien zur Last gelegt werden. Die Beschuldigten werden verdächtigt, Spieler, Trainer, Schiedsrichter und Offizielle aus hochrangigen europäischen Fußball-Ligen gegen Bezahlung dazu gebracht zu haben, den Ausgang von Spielen im Sinne der Bande zu manipulieren und dies für Wettbetrügereien ausgenutzt zu haben. Die Ermittlungen werden vom europäischen Fußballverband Uefa unterstützt.

In Medienberichten hatte es geheißen, neben Spielen unter anderem in der Türkei gehe es auch um den Verdacht, wonach ein Freundschaftsspiel zwischen dem SSV Ulm und dem von Christoph Daum trainierten türkischen Erstligisten Fenerbahce Istanbul manipuliert worden sein könnten. Die Begegnung am Juli hatte Istanbul 5:0 gewonnen. "Da war nichts auffällig", sagte der Ulmer Manager Lösch. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) erklärte, die Frühwarnsysteme des DFB und der Uefa für die Überwachung des Wettmarktes hätten keinerlei Erkenntnisse über Spielmanipulationen in Deutschland geliefert.

Der Bochumer Staatsanwaltschaft zufolge gab es am Donnerstag Durchsuchungen und Festnahmen im gesamten Bundesgebiet sowie im Ausland gegeben. Die Ermittler wollen am frühen Nachmittag in Bochum Details zu dem Fall erläutern.

Im Jahr 2005 war der ehemalige DFB-Schiedsrichter Robert Hoyzer der Beihilfe zum Betrug in sechs Fällen schuldig gesprochen worden. Er hatte eingeräumt, 2004 rund 67.000 Euro und einen Plasmafernseher für manipulierte Spiele erhalten zu haben. Das Geld hatte er von einem später ebenfalls verurteilten Mann erhalten, der hohe Wetten auf die Spiele abgeschlossen hatte.



Quelle: Reuters (20. November 2009)

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Themen: Germany , Legislation , Western Europe , Europe , German General News , Crime; Law Enforcement , German Equities , Financials , Bund , Ulm , Spieler , Istanbul , Turkey , Soccer , Leisure Facilities , Industrial Conglomerates (industry)

Erschienen 20. November 2009 bei http://www.reuters.com.

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