"Spiegel" - Ankläger im Sauerland-Prozess in Bedrängnis
Reuters | 25. Juli 2009 — Berlin (Reuters) - Die Aussagen der vier Terrorverdächtigen im sogenannten Sauerland-Prozess bringen nach Darstellung des Magaz…
Berlin (Reuters) - Die Aussagen der vier Terrorverdächtigen im sogenannten Sauerland-Prozess bringen nach einem Bericht des Magazins "Der Spiegel" die Bundesanwaltschaft in Bedrängnis.
Der Angeklagte Attila Selek belaste in seiner Aussage einen in Ludwigshafen geborenen Türken schwer und mache brisante Angaben über die Verwicklung der Geheimdienste, berichtete das Magazin am Samstag vorab. Die Bundesanwaltschaft zögere wegen möglicher diplomatischer Probleme mit der Türkei aber, einen Haftbefehl gegen den Türken Mevlüt K. zu beantragen. Dieser sei nach seinem Untertauchen in Istanbul Ende 2002 als V-Mann für den türkischen Geheimdienst tätig gewesen, der den Informanten in Kooperation mit dem US-Geheimdienst CIA geführt habe.
Die Bundesanwaltschaft wirft den vier in Düsseldorf angeklagten Islamisten vor, sie hätten eine Serie von Autobombenanschlägen in Deutschland vorbereitet. Sie hatten laut Anklage ausreichend Chemikalien gehortet, um 550 Kilogramm Sprengstoff herzustellen. Mit einer Anschlagserie wollten sie nach Einschätzung der Ermittler den kurz darauf geplanten Bundestagsentscheid über den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr beeinflussen. Sie waren nach monatelanger Überwachung im Herbst 2007 in einem Ferienhaus im Sauerland festgenommen worden.
ANGEKLAGTE WUSSTEN VON ERMITTLUNGEN GEGEN SIE
Das Oberlandesgericht Düsseldorf will am 10. August mit ihrer Vernehmung beginnen. Die Angeklagten haben nach Medienberichten und Angaben ihrer Anwälte bei der Befragung durch das Bundeskriminalamt umfangreiche Geständnisse abgelegt. Dem "Spiegel"-Bericht zufolge umfasst die Niederschrift der Aussagen rund 1100 Seiten. Laut Aussage von Attila Selek habe der von ihm beschuldigte Ludwigshafener Türke Mevlüt K. der deutschen Gruppe um den Hauptangeklagten Fritz Gelowicz in Istanbul Zünder für einen geplanten Anschlag übergeben. Bei einer Zusammenkunft sei K. nach einer Unterbrechung zurückgekehrt und habe plötzlich gewusst, dass die deutschen Behörden gegen eine Gruppe von Islamisten ermittelten. Dabei seien auch ihre eigenen Namen gefallen, habe Selek zu Protokoll gegeben. "Dann sagte er mir, dass er diese Informationen vom Geheimdienst klauen würde", zitierte das Magazin Selek.
Erschienen 25. Juli 2009 bei http://www.reuters.com.
Reuters | 25. Juli 2009 — Berlin (Reuters) - Die Aussagen der vier Terrorverdächtigen im sogenannten Sauerland-Prozess bringen nach Darstellung des Magaz…
Handakte WebLAWg | 25. Juli 2009 — Die Aussagen der vier Terrorverdächtigen im sogenannten Sauerland-Prozess bringen nach Darstellung des Spiegel die Bundesanwalt…
Reuters | 8. August 2009 — Berlin (Reuters) - Der Hauptangeklagte der sogenannten Sauerland-Gruppe hat einem Magazinbericht zufolge seine Führungsrolle be…
Reuters | 20. August 2009 — Düsseldorf (Reuters) - Im Prozess gegen die Terrorverdächtigen der sogenannten "Sauerland-Gruppe" hat einer der Angeklagten Vor…
Reuters | 9. August 2009 — Berlin (Reuters) - Der Hauptangeklagte der sogenannten Sauerland-Gruppe hat einem Magazinbericht zufolge seine Führungsrolle be…
Reuters | 18. Juni 2009 — Düsseldorf/Berlin (Reuters) - Im Verfahren gegen die sogenannte Sauerland-Gruppe haben mehrere Terrorverdächtige Geständnisse a…
Reuters | 22. April 2009 — Berlin (Reuters) - Vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf beginnt heute (Mittwoch) der Mammut-Prozess gegen die sogenannte "Sau…
Reuters | 22. April 2009 — Düsseldorf (Reuters) - Unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen hat vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf der Mammut-Prozess gegen…
Reuters | 11. August 2009 — Düsseldorf (Reuters) - Im Prozess gegen die Terrorverdächtigen der sogenannten Sauerland-Gruppe hat der Hauptangeklagte Fritz G…
Strafprozesse und andere Ungereimtheiten | 21. November 2008 — Den ersten Schritt auf dem Weg in eine angenehmere Umgebung hat der Deutsche Attila Selek geschafft, denn er kann erwarten, dass d…