Psyche Deli: Spice up your life ?!?
criminologia | 4. Dezember 2008 — Seit einigen Wochen mehren sich Medienberichte über eine neue Droge: Eine unter dem Namen “Spice” vertriebene Kräutermischung…
Seit einigen Wochen mehren sich Medienberichte über eine neue Droge:
Eine unter dem Namen “Spice” vertriebene Kräutermischung mit angeblich Marihuana-ähnlicher Wirkung findet demnach reißenden Absatz bei einer vorwiegend jungen Käufergruppe.
Spice besteht nach Angaben der englischen Herstellerfirma The Psyche Deli aus einer Reihe unterschiedlicher exotischer Kräuter mit so klangvollen Namen wie Meeresbohne, Blauer Lotus und Afrikanisches Löwenohr.
Vertrieben wird Spice als Räucherwerk - ein Packungsaufdruck warnt offiziell vor dem Rauchen der Kräutermischung.
An dem aktuellen Hype um eine Kräutermischung sind m. E. folgende Punkte beachtenswert:
Zum einen scheint bislang völlig unklar, welche Inhaltsstoffe die rauschartige Wirkung (die immerhin bis zu acht Stunden anhalten soll) auslösen. Es hat den Anschein als ob weder die angegebenen Inhaltsstoffe einen derart lang anhaltenden Rausch auslösen könnten, noch konnten bislang weitere Inhaltsstoffe mit psychotroper Wirkung nachgewiesen werden. Einige Experten mutmaßen, die Rauschwirkung könnte auf einen Placeboeffekt zurückzuführen sein. Fakt ist: keiner der handelsüblichen Drogentests kann einen Nachweis der Nutzung von Spice erbringen. Das wiederum lässt den Stoff außerordentlich interessant werden für Cannabis-Konsumenten, die beispielsweise im Zuge einer MPU oder eines Einstellungstestes mit Drogenkontrollen rechnen müssen.
Trotz vollkommen unzureichender Erkenntnisse über die genaue Wirksamkeit der Inhaltsstoffe von Spice, mehren sich die Forderungen nach einem Verbot. Eine Substanz, die eine vergleichbare Wirkung des illegalisierten Cannabis hat, darf nicht legal sein. Da es sich bei Spice allerdings um eine Mischung verschiedener Substanzen handelt, kann Spice - wie die Drogenbeauftragte Frau Bätzing konstatiert - nicht unter das Betäubungsmittelgesetz gestellt werden (siehe hier: http://www.spiegel.de/video/video-42205.html).
Vor wenigen Wochen wurde vom Gesundheitsministerium vermeldet, dass die Zahl der jugendlichen Cannabiskonsumenten erfreulicherweise zwischen 2004 und 2008 rückläufig war. Nach der Studie zur “Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland” sank die Lebenszeitprävalenz unter den 12-25 jährigen um 3 Prozentpunkte, bei den 12-17jährigen sogar um knapp 5 Prozentpunkte.
Da Spice erst seit einem Jahr auf dem deutschen Markt erhältlich ist, erscheint es unwahrscheinlich, dass der Rückgang der Cannabisprobierer auf die Kräutermischung ausgewichen ist. Dass gesundheits- und drogenpolitisch positive Meldungen, durch Medienberichte von Jugendlichen im Spice-Rausch überschattet werden, ist aus Sicht der Politik sicher ein Ärgernis und der Konsum von Spice ein gesundheitspolitisch nicht kalkulierbares Risikopotential (siehe: Stellungnahme der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Sabine Bätzing).
Unabhängig davon, auf welchem W…
» Vollständiger ArtikelErschienen 4. Dezember 2008 auf http://criminologia.de.
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criminologia | 4. April 2009 — Auch wenn ich über die empirische Relevanz keinerlei Aussagen treffen kann, möchte ich Euch auf diese lustige Typologie der C…
Strafprozesse und andere Ungereimtheiten | 17. Dezember 2008 — Offenbar hat ein kleiner Schelm da etwas unter die Kräuter gemischt, während alles glaubt, nur harmloses Kraut zu rauchen. Die…
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Stellungnahme der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Sabine Bätzing.