Sperrbefürworter wollen mit Meinungsunfragen punkten
Die Befürworter des Gesetzes zur Bekämpfung der Kinderpornografie im Internet wollen jetzt mit Meinungsumfragen punkten, weil die
veröffentlichte Meinung das Thema mittlerweile durchaus kritisch beleuchtet und man offenbar befürchtet, die Meinungshoheit, die doch
so eindeutig schien, zu verlieren. Wenn das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap 1000 Leute anruft und eine einseitig
formulierte Frage stellt, ist es nicht verwunderlich, wenn 92 % der Menschen sagen, dass sie für die von kinderpornografischen Seiten im Internet sind. 90 % der Deutschen haben
sich mit dem Thema nie vorher befasst, also 900 der angerufenen Personen. Und jeder, der die Hintergründe nicht kennt, wird spontan
natürlich sagen, dass es sinnvoll ist, gegen Kinderpornografie im Internet vorzugehen. Wie würde sich das Ergebnis wohl verändern,
wenn man die Befragten nur fünf Minuten lang schlagwortartig mit den wesentlichen Fakten konfrontiert und man ihnen erklärt, dass
beim Vorhaben der Bundesregierung -keine Inhalte gesperrt werden, sondern die fraglichen Inhalte nach Umsetzung der Maßnahme
weiterhin unverändert online und grundsätzlich für jeden frei zugänglich sind, -dass ein erheblicher Teil dieser Inhalte auf Servern
in Europa und Nordamerika liegen, wo ein strafrechtliches Vorgehen gegen die Täter und eine tatsächliche Entfernung der Inhalte
möglich ist, -dass die skandinavischen Sperrbemühungen über Jahre hinweg keinen messbaren Rückgang von kinderpornografischen Inhalten
im Netz bewirkt haben, -dass sich auf ausländischen Sperrlisten nur zu einem ganz geringen Teil kinderpornografische Inhalte
befinden, mithin also überwiegend andere, z.T. völlig legale Inhalte beeinträchtigt werden, -dass das Stopp-Schild-Vorhaben der
Bundesregierung die Gefahr beinhaltet, dass völlig unbeteiligte Internetnutzer einer Strafverfolgung ausgesetzt werden und -dass der
Großteil der Fachleute dem Sperrungsvorhaben kritisch bis …
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