SPD-Vorstand Schulz zweifelt an Nutzen von Sarrazin-Ausschluss

Berlin (Reuters) - SPD-Vorstandsmitglied Martin Schulz hat sich skeptisch über den Nutzen eines Parteiausschlussverfahrens gegen Noch-Bundesbanker Thilo Sarrazin geäußert.

Der wegen seiner Thesen über Zuwanderer und Vererbung ins Kreuzfeuer der Kritik geratene Sarrazin sei ein schamloser Selbstvermarkter, sagte Schulz der "Bild"-Zeitung (Montagausgabe) laut Vorabbericht. Ein Parteiverfahren gegen ihn, sei daher leider genau das, was sich Sarrazin wünsche. "Wir sollten uns mit den Themen Sarrazins befassen und nicht so sehr mit der Person", sagte der Vorsitzende der sozialdemokratischen Fraktion im Europa-Parlament.

Am Wochenende hatte sich der Streit in der SPD um einen Rauswurf des scheidenden Bundesbank-Vorstands und ehemaligen Berliner Finanzsenators zugespitzt. Während zahlreiche prominente Sozialdemokraten vor einem Rauswurf warnten, verschärfte Partei-Chef Sigmar Gabriel seine Kritik an Sarrazin und bekräftigte den Plan für ein Ausschlussverfahren. Der SPD-Bundesvorstand will das Parteiausschlussverfahren gegen Sarrazin am Montag einleiten. Seiner drohenden Abberufung als Bundesbank-Vorstand war Sarrazin in der vergangenen Woche zuvorgekommen, indem er um seine Entlassung zum Monatsende bat.



Quelle: Reuters (13. September 2010)

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Themen: Berlin , Germany , Bundesbank , Spd , Western Europe , Europe , Financials , Bild Zeitung , Parlament , Prominente , Sarrazin , Banking Services , German Language - General , Government / Politics , Asylum / Immigration / Refugees , Central Banks / Central Bank Events

Erschienen 13. September 2010 bei http://www.reuters.com.

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