SPD verharrt im Umfragetief

Berlin (Reuters) - Gut sieben Wochen vor der Bundestagswahl kommt die SPD nicht aus ihrem Umfragetief heraus.

Sowohl im ZDF-Politbarometer als auch in einer Emnid-Umfrage für N24 vom Freitag verloren die Sozialdemokraten einen Punkt auf nun 23 Prozent. Ebenso schnitt sie auch im von Infratest dimap ermittelten ARD-Deutschlandtrend ab, der bereits am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Emnid-Geschäftsführer Klaus-Peter Schöppner sieht darin nicht in erster Linie einen Effekt der Dienstwagenaffäre um Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD). Das Problem sei grundsätzlicher. "Den Sozialdemokraten gelingt es einfach nicht, ein richtiges Thema zu setzen und ein Gegengewicht zu Kanzlerin (Angela) Merkel aufzubauen", sagte Schöppner zu N24. Sowohl die Vorstellung von Steinmeiers Schattenkabinett als auch dessen Deutschland-Plan für vier Millionen neue Arbeitsplätze würden vom Wähler kaum honoriert.

Steinmeier hatte am Wochenbeginn seine Wahlkampf-Sommertour gestartet, während CDU-Chefin Merkel noch im Urlaub ist. Merkels Vorsprung in der Kanzlerfrage bliebt laut ZDF-Politbarometer unverändert. Aktuell wollten 62 Prozent der Befragten die Amtsinhaberin wieder im Kanzleramt, für Steinmeier seien nur 25 Prozent.

In allen drei Umfragen kämen die Unionsparteien zusammen mit der FDP auf einen Wähleranteil von 50 Prozent, womit sie ihre Wunschkoalition bilden könnten. Im Politbarometer erreichen CDU/CSU unverändert 36 Prozent, FDP 14 Prozent, die Linke neun Prozent und die Grünen zwölf Prozent (plus ein Punkt). In der Emnid-Umfrage kommt die Union auf 35 Prozent, die FDP verbucht 15 Prozent, die Linken unverändert elf Prozent, während die Grünen auch hier einen Punkt zulegen auf zwölf Prozent. Im Deutschlandtrend verlieren CDU und CSU einen Punkt auf 35 Prozent, während die FDP zwei Punkte auf 16 Prozent zulegt. Unverändert erhalten dort die Grünen 13 Prozent und die Linke zehn Prozent Zustimmung.

Für das Politbarometer befragte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen vom 4. bis 6. August knapp 1200 Wahlberechtigte. Emnid interviewte vom 28. Juli bis 3. August gut 2300 Wahlberechtigte. Für den Deutschlandtrend befragte Infratest dimap vom 3. bis 5. August gut 1500 Wahlberechtigte.



Quelle: Reuters (7. August 2009)

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Themen: Berlin , Germany , Zdf , Spd , Western Europe , Europe , German General News , Domestic Politics , Umfragen , Fdp , Angela Merkel , Ulla Schmidt , Elections , Steinmeier

Erschienen 7. August 2009 bei http://www.reuters.com.

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