Opposition will Merkel vor Kundus-Ausschuss befragen
Reuters | 27. März 2010 — Berlin (Reuters) - Kanzlerin Angela Merkel soll sich nach dem Willen der Opposition dem Untersuchungsausschuss zur Kundus-Affär…
Berlin (Reuters) - Die SPD will Bundeskanzlerin Angela Merkel vor den Untersuchungsausschuss zur Kundus-Affäre vorladen.
"Es gibt Fragen, die letztlich nur die Kanzlerin beantworten kann", sagte der SPD-Obmann im Ausschuss, Rainer Arnold, der "Bild"-Zeitung (Samstagausgabe). Hintergrund ist eine E-Mail, wonach das Kanzleramt schon am Morgen nach dem von der Bundeswehr angeordneten Luftangriff nahe ihres Stützpunktes im afghanischen Kundus konkrete Hinweise auf zivile Opfer gehabt haben soll. Dabei handelte es sich einem Regierungssprecher zufolge aber nur um eine unverbindliche Erstinformation.
Bei dem Angriff am 4. September wurden bis zu 142 Menschen getötet. Wie viele von ihnen Zivilisten waren, ist unklar. Der damalige Verteidigungsminister Franz Josef Jung trat im November wegen der Affäre zurück. Am 22. April will der Untersuchungsausschuss Jungs Nachfolger Karl-Theodor zu Guttenberg befragen. Die Opposition wirft dem CSU-Politiker vor, dass er das Bombardement zunächst als militärisch angemessen beurteilt hatte. Als später der sogenannte Feldjägerbericht bekanntwurde, in dem von toten Zivilisten die Rede ist, rückte er von dieser Haltung ab. Die Opposition geht jedoch davon aus, dass er schon bei der Amtsübernahme von zivilen Opfern wusste. Merkel hatte die Existenz ziviler Opfer nicht verneint, sich aber erst Tage nach dem Luftangriff zu dem Vorfall geäußert.
SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann warf Merkel vor, sie habe ihre Verantwortung bei der Aufklärung des Luftangriffes nicht wahrgenommen. "Nach dem größten Angriff deutscher Soldaten seit dem Zweiten Weltkrieg hätte sich die Kanzlerin natürlich sofort kümmern müssen", sagte Oppermann der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Zur Klärung der Frage, ob und wie viele Zivilisten verletzt oder getötet worden seien, habe das Kanzleramt alle Möglichkeiten.
Erschienen 27. März 2010 bei http://www.reuters.com.
Reuters | 27. März 2010 — Berlin (Reuters) - Kanzlerin Angela Merkel soll sich nach dem Willen der Opposition dem Untersuchungsausschuss zur Kundus-Affär…
Reuters | 25. März 2010 — Berlin (Reuters) - Ex-Verteidigungsminister Franz Josef Jung hat sich Vorwürfe verwahrt, er habe nach dem umstrittenen Luftangr…
Reuters | 25. März 2010 — Berlin (Reuters) - Das Bundeskanzleramt hatte schon Stunden nach dem Luftangriff von Kundus konkrete Hinweise auf zivile Opfer.…
Reuters | 25. März 2010 — Berlin (Reuters) - Ex-Verteidigungsminister Franz Josef Jung sagt heute (Donnerstag) im Untersuchungsausschuss zur Affäre um de…
Reuters | 25. März 2010 — Berlin (Reuters) - Das Bundeskanzleramt hatte schon wenige Stunden nach dem nächtlichen Luftangriff bei Kundus konkrete Hinweis…
Reuters | 18. März 2010 — Berlin (Reuters) - Die Verteidigungsminister wurden nach den Worten des entlassenen Generalinspekteurs der Bundeswehr, Wolfgang…
Reuters | 5. September 2010 — Berlin (Reuters) - In der Kundus-Affäre hat erstmals ein Opfer das Bundesverteidigungsministerium verklagt. Der Kläger forder…
Reuters | 1. Dezember 2009 — Berlin (Reuters) - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat im Namen Deutschlands die Verantwortung für die zivilen Opfer des umstritt…
Reuters | 25. März 2010 — Berlin (Reuters) - Der Bundeswehr-Oberst Georg Klein hat eine umfassende Aussage bei der Bundesanwaltschaft zu dem umstrittenen…
Reuters | 26. November 2009 — Berlin (Reuters) - Die Opposition erwägt die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses zur Klärung der Vorfälle um den Luftang…