Wallraff unplugged
Blog zum Medienrecht | 11. Januar 2012 — Der Buskeismus.de-Betreiber Rolf Schälike, bekannt für seine emprischen juristischen Studien hat sich letzten Freitag in die dr…
Was bisher geschah:
Sparbrötchen ./. Wallraff
Sparbrötchen ./. Sklave
Seinen stärksten Auftritt hatte Wallraff an diesem Kölner Verhandlungstag in seiner Rolle als Zeuge – das macht er ja seit 40 Jahren, wenn auch normalerweise verdeckt.
Der SWR war mit seinem Justiziar Dr. Härtel sowie seinem Stammanwalt Prof. Dr. Burkhard vertreten, die keinen Zweifel an ihrem Obsiegen erkennen ließen.
Dem SWR sollte unter anderem die Veröffentlichung von Video-Aufnahmen untersagt werden, die Wallraff wohl mit versteckter Kamera gefertigt hatte. Diese waren zur Illustration eines Berichts über den Strafprozess wegen des Vorwurfs fahrlässiger Körperverletzung gegen den Back-Unternehmer in Bad Kreuznach eingesetzt worden.
Zweifelhaft war zunächst die Aktivlegitimation einer der Kläger, nämlich eine GmbH & Co. KG in Liquidation. Diese hatte am fraglichen Grundstück kein Eigentum mehr, so dass für sie ein Verstoß gegen das Hausrecht insoweit künftig eigentlich gar nicht mehr möglich war.
Das Gericht tendierte dazu, dass ein Hausrecht wohl wegen eines die Öffentlichkeit wesentlich berührenden Missstandes, der durch die verdeckten Aufnahmen aufgedeckt werden könnte, gerechtfertigt war. Hier dürfte eine gewisse Wallraff-Entscheidung eine Rolle gespielt haben …
Fraglich war weiterhin, ob die abgebildeten Szenen geeignet waren, um über den Strafvorwurf zu berichten, da die konkret verwendeten 10 Sekunden nicht in den Tatvorwurf eingeflossen waren. Doch auch insoweit tendierte das Gericht zur Annahme eines ausreichenden Bezugs in einen Gesamtzusammenhang und verwies auf die Genmilch-Entscheidung des BVerfG.
Nächster Punkt war ein angeblich erzeugter Eindruck, die Verzögerung des Strafverfahrens von etwa zwei Jahren beruhe (alleine) auf dem Verhalten des Angeklagten. Das Gericht hatte bereits Zweifel, ob dieser Eindruck überhaupt erzeugt wurde – und wenn ja, ob dieser denn von der Hand zu weisen wäre. Der Verteidiger hatte innerhalb zwölf Monaten sechs Befangenheitsgesuche gestellt. Kläger-Anwalt Höcker wies den Verdacht des Taktierens als absurd zurück. Der Verteidiger hätte definitiv Anlass gehabt und würde nicht leichtfertig Befangenheitsgesuche stellen, derartiges hätte der überhaupt noch nie tun müssen. Der Richter sei durch den Anruf des prominenten Wallraff für diesen eingenommen worden. Die weiteren Verzögerungen durch Vertagungsanträge seien neben dem Urlaub des Verteidigers vor allem dessen krankheitsbedingter Reiseunfähigkeit nachvollziehbar begründet gewesen. Er könne sich nicht vorstellen, dass ein Anwalt mit einem Gefälligkeitsattest simulieren würde. (Nicht gestellt wurde die Frage, warum bei einem angeblich lächerlichen Tatvorwurf kein anderer Verteidiger bemüht wurde.)
Der dritte Punkt betraf Aufnahmen, in denen Wallraff nach einem Unfall in der Großbäckerei eine Wunde p…
» Vollständiger ArtikelErschienen 8. Januar 2012 auf http://www.kanzleikompa.de.
Blog zum Medienrecht | 11. Januar 2012 — Der Buskeismus.de-Betreiber Rolf Schälike, bekannt für seine emprischen juristischen Studien hat sich letzten Freitag in die dr…
Linten & Partner Rechtsanwälte | 23. Februar 2012 — Günter Wallraff warf als Besucher einer Güteverhandlung vor dem Arbeitsgericht Düsseldorf RA Christian Schäfer vor, er verhöhne…
Linten & Partner Rechtsanwälte | 16. März 2012 — Günter Wallraff wird die Millionenklage einer angeblich gemobbten Arbeitnehmerin weiter begleiten. Wie bereits unter dem 23.2…
Handakte WebLAWg | 11. Januar 2006 — Nach langem Rechtsstreit darf der Axel-Springer-Verlag den Kölner Autor Günter Wallraff nach Angaben seines Rechtsanwalts nicht…
Blog zum Medienrecht | 5. Januar 2012 — Der Grandseigneur der Enthüllungsjournalisten, der Presserechtsgeschichte geschrieben hatte, Günther Wallraff himself muss mal …
Handakte WebLAWg | 31. Januar 2008 — Bei “Bild” ist er Redakteur gewesen, als Ali lernte er den Alltag von Türken in Deutschland kennen - und so mancher witzelte …
Jurabilis | 19. Juli 2007 — Günter Wallraff hat nach langer Pause seine undercover-Recherchen wieder aufgenommen und sich die Arbeitsweisen der allseits unbel…
Handakte WebLAWg | 11. Juli 2006 — Einseitigkeit, Hetze und menschenverachtende Propaganda wird der BILD-Zeitung seit der Gründung immer wieder vorgeworfen. Ein…
Blog zum Medienrecht | 25. Januar 2012 — Ende letzter Woche waren die Urteile gegen einen Arbeitskollegen von Günter Wallraff und den SWR erwartet, die ein mittelständi…
Strafprozesse und andere Ungereimtheiten | 24. April 2009 — Günter Wallraff stellt bezüglich der Datenausforschung bei der Deutschen Bahn Behauptungen auf, die ungeheuerlich klingen. Es wird…
Bad Kreuznach - Der Prozess gegen den ehemaligen Inhaber der Stromberger Backfabrik „Weinzheimer“ verzögert sich erneut. Das Amtsgericht Bad Kreuznach hat bekannt gegeben, dass der für Freitag anberaumte Verhandlungstermin aufgehoben wird.
1. Das Grundrecht der Pressefreiheit (Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG) gewährleistet auch die Vertraulichkeit der Arbeit von Zeitungsredaktionen und Zeitschriftenredaktionen. Die Tragweite dieses Schutzes im konkreten Fall ergibt sich allerdings erst, wenn die...