"So etwas macht ein gewissenhafter Arzt nicht"

Zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten hat das Amtsgericht Würzburg am Freitag einen 48-jährigen Arzt verurteilt, der mit über 1,7 Promille Alkohol im Blut einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht hat (wir berichteten).

Der betrunkene Mediziner war am Morgen des 17. Oktober 2008 gegen 7.45 Uhr mit seinem Geländewagen nach einer durchzechten Nacht auf der Straße zwischen Höchberg und Kist im Kreis Würzburg auf der Gegenfahrbahn unterwegs. Eine 44-jährige Frau in einem VW Golf kam ihm entgegen, in letzter Sekunde wichen beide Richtung Mittelstreifen aus, wo es zur Kollision kam. Die dreifache Mutter verstarb noch am Unfallort an ihren schweren Verletzungen, obwohl der 48-Jährige, der jahrelang im Rettungsdienst eingesetzt war, schnelle erste Hilfe leistete.

Vor seiner Trunkenheitsfahrt hatte der HNO-Arzt in einer Würzburger Klinik zwei seiner Patienten behandelt. Mehrere Mitarbeiter der Klinik erkannten, dass er stark angetrunken war und rieten ihm, mit einem Taxi nach Hause zu fahren. Das versprach der Mediziner, setzte sich dann aber doch selbst hinter das Steuer. „Aus mir völlig unerfindlichen Gründen bin ich alkoholisiert gefahren“, sagte er vor Gericht.

An die Fahrt und die Stunden davor mit dem Besuch einer Mediziner-Party kann er sich nach eigenen Angaben heute nicht mehr erinnern. Er habe sich wohl von Medizinstudenten zum Genuss von Cocktails überreden lassen: „Ich trinke sonst nie harte Sachen.“ Die Verantwortung für den tödlichen Unfall nahm er auf sich: „Diese Tat ist unentschuldbar und muss hart bestraft werden, das erwarte ich auch selbst. Ich werde nie vergessen, wie die Fra…

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Themen: Unfall , Juristisches , Promille , Staatsanwaltschaft , Klinik , Taxi , Cocktails , Rettungsdienst

Erschienen 22. März 2010 auf http://www.woetzel-online.info/.

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