Siemens: Bescherung vor dem Fest
Bei gibt es die Geschenke in diesem Jahr schon vor
dem heiligen Abend. Aber freuen will sich keiner darüber.
Die Münchner geht
davon aus, dass ein Dutzend Verdächtige etwa 200 Mio. Euro von Siemens veruntreut und im Ausland als Schmiergeld eingesetzt hat.
Überprüfungen bei Siemens ergaben zweifelhafte Zahlungen von 420 Mio. Euro in den vergangenen sieben Jahren. Das Geld muss
Finanzvorstand Joe Kaeser zufolge nicht komplett in schwarze Kassen geflossen sein. Es handle sich aber um verdächtige Zahlungen für
Beraterverträge, bei denen der weitere Geldfluss untersucht werden müsse. Als Folge hat Siemens für die vergangenen sieben Jahre
zusätzliche Steuerbelastungen von 168 Mio. Euro veranschlagt. Der Gewinn des Geschäftsjahres 2005/06 (zum 30. September) wurde von
3,106 auf 3,033 Mrd. Euro nach unten korrigiert. [Quelle: FTD]
Mittlerweile hängt auch die komplette (ehemalige) Konzernspitze in dem Filz aus Bestechung und Unterschlagung. Man beachte bitte zum
einen, wie elegant Herr Ufer die Klippen der deutschen Sprache gekonnt rammt, zum anderen, wie plump der Versuch mißlingt, den gerade
angerichteten Scherbenhaufen wieder zu kitten:
“Ab einem gewissen Level wusste jeder was da läuft”, sagte der Anwalt des inhaftierten Chefbuchhalters der Kommunikationssparte Com,
Steffen Ufer, dem Berliner “Tagesspiegel”. “Man hat von meinem Mandanten ausdrücklich gewünscht, beide Augen zuzudrücken. Es hat
keinen Zweifel daran gegeben, dass in diesem Konzern fast jeder - außer vielleicht die Putzfrau - wusste, dass illegale Provisionen
gezahlt werden.” Ufer widersprach aber der Darstellung des “Tagesspiegels”, der Com-Chefbuchhalter habe auch den Namen von Pierers
ins Spiel gebracht. Der Deutschen Presse-Agentur sagte Ufer am Samstag, sein Mandant habe von Pierer “weder direkt noch indirekt”
belastet “und den Namen schon gar nicht genannt”. [Quelle: FTD]
Alle wußten davon. Aber ich belaste niemanden indirekt. Was dann?