Sieg für Eva Hermann
Eva Herman hat auch im Berufungsverfahren gegen den Axel-Springer-Verlag vor dem Oberlandesgericht Köln Recht erhalten.
Der 15. Zivilsenat verbot dem Verlag, die Moderatorin weiter falsch in der Weise zu zitieren, wonach sie den Nationalsozialismus in
Teilen gutgeheißen habe, nämlich in Bezug auf die Wertschätzung der Mutter. Außerdem muss der Springer-Verlag eine Geldentschädigung
von 25.000,- Euro zahlen und in einer weiteren Veröffentlichung richtig stellen, dass Frau Herman die Äußerung so nicht getätigt hat
(Aktenzeichen OLG Köln 15 U 37/09).
Im Rahmen einer Pressekonferenz am 06.09.2007 in
präsentierte die Frau Herman gemeinsam mit ihrem
ihr Buch “Das Prinzip Arche Noah – warum wir die Familie retten müssen” und äußerte sich dazu auch auf Fragen der anwesenden
Journalisten. Darüber schrieb das von Springer verlegte “Hamburger Abendblatt” in seiner Print- sowie Internetausgabe in Bezug auf
Hermans Äußerungen zur Politik des Nationalsozialismus: “Da sei vieles sehr schlecht gewesen, zum Beispiel Adolf Hitler, aber einiges
eben auch sehr gut. Zum Beispiel die Wertschätzung der Mutter.” Die Fernsehmoderatorin hat den Axel-Springer-Verlag daraufhin –
gemeinsam mit der Redakteurin des Artikels – auf Unterlassung und auf Zahlung einer Geldentschädigung in Anspruch genommen und dahin
argumentiert, dass ihr Persönlichkeitsrecht schwer dadurch beeinträchtigt werden, dass sie durch das Falschzitat als Sympathisantin
der NS-Familienpolitik dargestellt werde. In Wahrheit habe sie sowohl im Verlauf der Pressekonferenz als auch bei anderen
öffentlichen Auftritten stets deutlich gemacht, dass sie den Nationalsozialismus verabscheue.
Die Richter des Oberlandesgerichts gaben – wie in der Vorinstanz schon das Köln – im Wesentlichen der Fernsehmoderatorin Recht. Das Zitat, das ihr in dem Artikel im
“Hamburger Abendblatt” als eigene Äußerung in den Mund gelegt werde, sei falsch und entspreche nicht den tatsächlichen Äußerungen
Hermans während der Pressekonferenz. In Wahrheit habe es sich um eine Interpretation bzw. eine Auslegung der tatsächlich von Herman
anlässlich der Pressekonferenz gemachten mehrdeutigen Äußerung gehandelt. Dies hätte in dem Artikel aber deutlich gemacht werden
müssen. Die der Fernsehmoderatorin mit dem Falschzitat zugeschriebene Aussage und Einstellung beeinträchtigte sie massiv in ihrem
allgemeinen Persönlichkeitsrecht und lasse sie in negativem Licht erscheinen, da die Äußerung letztlich den Unrechtscharakter des
NS-Regimes bagatellisiere, indem sie diesen auf ein in jedenfalls Teilen erträgliches, in Wirklichkeit dann doch nicht so schlechtes
Maß reduziere. Mit dem Falschzitat werde Frau Herman auch die inhaltliche Billigung der NS-Mutterrolle als Gebärerin arischen
Nachwuchses zugeschrieben. Dadurch werde sie in ihrer sozialen Wertgeltung massiv beeinträchtigt und hera…
Bitte beachten Sie: Dieser Artikel ist nicht mehr im Original verfügbar.