"Eingeschliffener krimineller Denkstil"
schreibmaschine | 28. März 2007 — Nicht nur eine langjährige Gefängnisstrafe, sondern auch die Sicherungsverwahrung droht einem 28-jährigen Wiederholungstäter, d…
Der 28-jährige Wiederholungstäter, der im vergangenen August eine Tankstelle in Würzburg überfallen hat, muss für lange Zeit hinter Gitter. Das Landgericht verurteilte den Angeklagten am Mittwoch wegen schwerer räuberischer Erpressung zu sechseinhalb Jahren Gefängnis mit anschließender Sicherungsverwahrung.
Es war bereits der vierte Überfall mit der gleichen Masche, den der 28-Jährige begangen hat: Am Abend des 24. August 2006 betrat er mit einer echt aussehenden Softair-Pistole in der Hand und maskiert mit Sonnenbrille und Kapuze den Kassenraum einer Tankstelle im Würzburger Stadtteil Heidingsfeld. „Das ist ein Überfall! Geld her!“, rief der Räuber und flüchtete bereits 18 Sekunden später mit 710 Euro Beute.
Verhaftet wurde er wenig später zusammen mit dem Kumpel, von dem er sich die schwarze Lederjacke für den Überfall geliehen hatte. Erst drei Monate zuvor war der Angeklagte nach fünfeinhalb Jahren Gefängnis wegen eines Raubüberfalls auf eine Lotto-Annahmestelle in Schwabach aus der Haft entlassen worden. Insgesamt hat er bereits über acht Jahre seines noch recht jungen Lebens im Gefängnis verbracht.
„Ohne seine Vorgeschichte wäre dieser Überfall nicht ganz so schlimm gewesen“, betonte der Vorsitzende der 1. Strafkammer, Richter Rainer Gündert. Im Fall des 28-Jährigen sei die Prognose aber sehr schlecht und die Wahrscheinlichkeit ähnlicher Straftaten sehr hoch: Wenn das Geld knapp wird, „sieht er offenbar einen Überfall als einzige Möglichkeit“, so Gündert. Deshalb sei der Angeklagte für die Allgemeinheit gefährlich.
Dabei lief es nach der letzten Haftentlassung eigentlich sehr gut für ihn: Im Gefängnis hatte er den Quali nachgeholt und sogar den Realschulabschluss mit guten Noten abgelegt. In der Nähe von Kulmbach, wo seine Schwester wohnt, hatte er einen Job und eine Wohnung in Aussicht. Trotzdem zog er nach drei Monaten in einem Übergangswohnheim unter Verstoß gegen die Führungsaufsicht des Bewährungshelfers zu einem ehemaligen Knast-Kollegen nach Würzburg. Hier nahm wieder Drogen und …
» Vollständiger ArtikelErschienen 19. April 2007 auf http://www.woetzel-online.info/.
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