Sex u(a)/o Scandal Sells

Sex und(and)/oder(or) Scandal Sells.

Alte Regel.

Je mehr Trommelwirbel, umso mehr Aufmerksamkeit, umso besser die Verkaufszahlen. Zeitungen wissen das. Marktschreier seit alter Zeit eh. Das Prinzip funktioniert, solange es gepaart wird mit kleinen schmutzigen oder sonstigen Details, mit denen die Feder die Neugier auf noch mehr Einzelheiten , ja eben an der einen oder anderen Triebfeder des Menschen kitzelt. Neugier, Sensationslust, mit welcher geschickt manipulierende Protagonisten so umzugehen verstehen, dass sie – auch wenn sie eigentlich selbst grade am Pranger stehen – noch Geld daraus zu machen verstehen. Weil die Menge drumherum sich kuschelig wohl dabei fühlt und Buch und sicher auch noch Film verschlingt, ohne Einsatz wenigstens eines gewissen Maßes an Ernährungskompetenz für den eigenen Konsum nicht nur bei Lebensmitteln. Die Menschenmenge, die ihre Zeit und Aufmerksamkeit am Marktplatz von Skandalen verbringt, solange sie nicht merkt, dass sie sich dafür auch noch einspannen und Geld aus der Tasche hat ziehen lassen – das nicht einmal Lehrgeld im besten Sinne wird. Doppelt und dreifach sogar Geld aus der Tasche ziehen lässt. Ohne hinzuzulernen. Der Nervenkitzel der Neugier und der Sensationslust überdeckt es so bequem, die eigene Konsumbereitschaft kritisch zu hinterfragen. Und schlicht auf den Konsum solcher Luftnummern zu verzichten. Weniger ist mehr. Und vielleicht ist das – zu recht? nicht unverdient? – das dann auch folgerichtig der einzige Nervenkitzel, der denen bleiben wird, die es nicht langsam auch erfassen, was sie inzwischen unfassbarer als vorher (emp)finden. Und die, denen der selbstinszenzierte Hype des Selbstmitleids und Selbstgerechtigkeit bis hin zum Vorwurf der Ungerechtigkeit des Urteils durch angeblich nicht unabhängige „Richter“ seines Fehlverhaltens noch nicht genug auf eben jene Nerven geht, um darauf zu verzichten, das eigentlich schon jetzt zum Scheitern verurteilte Buch doch auch noch zu lesen und damit die Zahl der Vorbestellungen mitanzukurbeln. Zum Scheitern vielleicht nicht gemessen am Maßstab der Verkaufszahlen. Aber doch inhaltlich an Qualität. An Essenz. Denn was könnte jenes Buch nach allem nichtssagenden Palaver der vergangenen Tage beim Blick auf sich und nur beim Treten nach allen anderen denn noch WIRKLICH AufschlussREICHes und BeREICHerndes eröffnen für den LESER? Und nicht nur das wieder an „Ausgaben“ einspielen, was als Bedingung für die Einstellung des Ermittlungsverfahren mit 20.000 Euro soeben – und bei den einen oder anderen verdächtig werdend zeitnah - zur Buchvermarktung beglichen wurde. Wer ungeachtet all des doch überlängst in all den Überlängen des unendlich gedehnten Themas, des letztlich gänzlich Unergiebigen an Quintessenz der medialen Luftblasen jüngster Interviews auch nur einen Euro in das Buch investiert, anstatt den einen oder mehr als einen Euro lieber in wirtschaftlich, ge…

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Themen: Medien , Anwalt , Film , Interview , Meinungsfreiheit , Buch , Kerner , Satire , Hype , Regisseur , Prinzip , Plagiat , Sat1 , Giovanni DI Lorenzo , Jan Josef Liefers , Guttenberg , Karl Theodor ZU Guttenberg , Humor , Informationsfreiheit , Kritik , Persönlichkeitsschutz , Annette Frier , Stephanie ZU Guttenberg , Verfilmung , Plagiatsaffäre , Movie , Anja Kling , Nico Hofmann , Dorothee Schön , Tzg , Anwalt Christian Schertz , Christian Schertz , Der Große Bruder , Henning Baum , Joachim Kosack , Jochen Alexander Freydank , Johannes B. Kerner , Oscar'-gewinners Jochen Alexander Freydank , Sat.1-geschäftsführer , Sat.1-geschäftsführer Joachim Kosack , Teamworx , Ktzg , Vorläufig Gescheitert

Erschienen 30. November 2011 auf http://jusatpublicum.wordpress.com.

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