Der neue Chef der Unwählbaren spielt den starken Max
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Berlin (Reuters) - Der künftige CSU-Chef und designierte bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer hat eine härtere Gangart gegenüber der großen Koalition im Bund angekündigt.
"Jetzt muss ich Anwalt gegenüber der Regierung sein für die CSU und bayerische Interessen", sagte Seehofer in einem am Samstag vorab veröffentlichten Interview mit dem Magazin "Focus". Wenn es um bayerische Interessen gehe, werde die CSU "klare Kante" zeigen. "Das erwarten die Leute in Bayern", sagte der scheidende Bundesagrarminister.
Als Beispiel für den härteren Kurs der CSU nannte er den Streit um die Erbschaftsteuer. "Hier geht es um eine vernünftige Regelung, aber auch um die Glaubwürdigkeit, die Zuverlässigkeit der CSU", sagte Seehofer. Eine Einigung in der großen Koalition war vorige Woche an Nachforderungen der CSU gescheitert. Auch bei der Föderalismusreform II werde seine Partei nicht zulassen, "dass Bayern die Altschulden anderer Länder abträgt". Im Programm der Union für die Bundestagswahl wolle die CSU die eigenen Grundsätze verankern.
Sein Verhältnis zu Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel bezeichnete Seehofer als umkompliziert. Er vertraue ihr "uneingeschränkt". Die Regierungschefin sei "in schwierigen Situationen sehr für das offene Wort und die Klarheit". Seehofer nannte Merkel eine starke Bundeskanzlerin.
SEEHOFER: CSU-ZIEL BLEIBT MEHR ALS 50 PROZENT
Nach dem Absturz seiner Partei bei der Bayernwahl vor zwei Wochen auf gut 43 Prozent und dem Verlust der Alleinregierung will Seehofer bereits im kommenden Jahr die CSU zu alter Stärke zurückführen. "Ich muss mich an meiner Aussage messen lassen, dass die CSU Wahlergebnisse über 50 Prozent erzielen kann", sagte er. Seine Partei müsse Anhänger, die zur FDP oder den Freien Wählern abgewandert seien, mit einer anderen Politik zurückgewinnen.
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