Schwarzarbeit beim Party-Service
am 16.04.2008 von schreibmaschineWeit über 90.000 Euro Sozialversicherungsbeiträge für gut 50 Angestellte hat ein 64 Jahre alter Gastwirt und Hotelier aus dem Main-Spessart-Kreis den Krankenkassen vorenthalten. Jetzt wurde er vom Amtsgericht Würzburg wegen Betrugs in 111 Fällen und 22-facher Steuerhinterziehung zu einem Jahr und vier Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Nachdem er mit zwei Betrieben in einer Würzburger Landkreis-Gemeinde in Konkurs gegangen war, kaufte der 64-jährige Gastronom im Jahr 1989 einen Landgasthof mit Hotel in einem kleinen Ort im östlichen Main-Spessart-Kreis. Dass es sich dabei um einen „abseits gelegenen Problembetrieb“ handelte, merkte der Angeklagte nach eigenen Worten erst, als das Geschäft durch eine jahrelange Straßenbaumaßnahme beeinträchtigt wurde.Um sich über Wasser zu halten, gründete der Gastronom einen Party- und Catering-Service. Auch damit stand er finanziell ständig „unter einem wahnsinnigen Druck. Ich wusste oft nicht, ob es in der nächsten woche weitergeht“, so der 64-Jährige. Sämtliche Ersparnisse, sogar die Lebensversicherung der eigenen Mutter, steckten er und seine Familie in den Betrieb. Irgendwann hatte er Schulden in Höhe von 1,7 Millionen Euro angehäuft und fand kein Kreditinstitut, das zu einer Umschuldung bereit war. Als ihm seine Hausbank schließlich die Höhe der monatlichen Lohnkosten vorschrieb, wusste sich der 64-Jährige nicht mehr anders zu helfen: Rund fünfzig Mitarbeiter von Gasthof und Party-Service waren zwischen Juli 2002 und April 2004 nicht oder nicht korrekt angemeldet.Durch die Schwarzarbeit ersparte sich der Gastronom in diesem Zeitraum laut Anklage Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuer-Anteile in Höhe von fast 100.000 Euro. Davor liegende Taten sind bereits verjährt. Auf die …
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