Schuldtilgung : “Gießkannenprinzip” als schlechteste Option

Wenn man als Schuldner mehrere Gläubiger (und keinen Druck) hat, ist das “Gießkannenprinzip” die schlechteste Möglichkeit seine Schulden zu Tilgen. Beim Gießkannenprinzip werden die zur Tilgung freien Beträge gleichmäßig an die Gläubiger verteilt.

Der Tilgungsbetrag wird bei den Gläubigern dabei zunächst auf die Kosten, dann auf die Zinsen und zuletzt auf die eigentliche Forderung (Hauptforderung) verrechnet. Trifft der Schuldner eine andere Zahlungsbestimmung kann der Gläubiger die Annahme verweigern. Da sich die Zahlungen auf mehrere Gläubiger verteilen, wird bei den einzelnen Gläubigern nur die Kosten oder Zinsen bedient, aber die Hauptforderung nicht reduziert. Zinsen entstehen daher weiter aus dem vollen Betrag.

Wenn sich aber die Zahlung auf nur einen Gläubiger konzentriert (im Bild dargestellt durch den Hammer) ist der Erfolg viel “durchschlagender”. Die Hauptforderung kann schneller reduziert werden. Damit fallen in der nächsten Zinsperiode weniger Zinsen an. Sobald ein Gläubiger getilgt wurde, konzentriert sich der Schuldner auf den nächsten Gläubiger. Insgesamt lässt sich durch diese Vorgehensweise im Regelfall einiges an Zinsen einsparen (Insbesondere wenn man sich zuerst auf den Gläubiger mit dem höchsten Zinssatz konzentriert). Gleichzeitig hat der Schuldner schneller den Eindruck, dass sich etwas bewegt, so dass er die Motivation leichter aufrecht er…

» Vollständiger Artikel
  • Infos zum Artikel
  • Kommentare
  • Ähnliches

Themen: Zinssatz , Motivation , Hammer , Tilgung , Gießkannenprinzip , Schuldtilgung

Erschienen 9. September 2011 auf http://www.ent-schuldigung.de.

Sie haben eine Meinung zum Thema? Artikels kommentieren
Artikel kommentieren

BGH: Einer strafbewehrten Unterlassungserklärung fehlt es nicht an der Geschäftsgrundlage bei gleichzeitiger gerichtlicher Entsc…

Beckmann und Norda Rechtsanwälte Bielefeld | 11. März 2010 — BGH Urteill vom 17.09.2009 I ZR 217/07 Testfundstelle BGB § 147 Abs. 2, §§ 315 Abs. 1, 339; ZPO § 890 Leitsätze des BGH: a) B…

Serie: Die rechtsmissbräuchliche Abmahnung. Folge 2

IT-Prozessrecht | 30. Juni 2010 — Missbrächliche Mehrfachverfolgung – OLG München, Urteil vom 17.01.2008, Az.: 6 U 1880/07 Das OLG München hatte sich…

Hüh oder Hott

Kanzleien im Internet | 3. März 2011 — Eine normale Forderung wird nicht beglichen. Es folgt aussergerichtliche Aufforderung, Mahnbescheid. Dagegen legt der Schuldn…

Verbesserungsvorschlag für Mahnverfahren

Panorama | 4. Oktober 2011 — Ein alltäglicher Fall: Unternehmer erbringt eine Leistung und rechnet ab. Die Forderung beträgt 150,00 Euro. Der Schuldner zahlt n…

Wertzuwachs

Rechtsanwalt Hänsch, Dresden | 18. Mai 2011 — Ein Mandant gibt mir einen alten Titel aus dem Jahr 1993 zur Zwangsvollstreckung. Damals wurden 66.000 DM zzgl. 12% Zinsen p.a.…

Ein teures Spiel …

Rechtsanwalt Hänsch, Dresden | 12. April 2007 — Ob der Schuldner dieses Spiel ein zweites mal macht ?: Ausgangspunkt ist eine Privatarztrechnung über 19,32 Euro vom März 200…

Geschäftsgebühr Anrechnung Berufungsverfahren: Geschäftsgebühr kann Berufung retten

beck-blog | 5. Februar 2011 — Bei all dem Ärger, den die Anrechnungsvorschrift Vorbemerkung 3 Abs. 4 VV RVG für alle mit der Thematik Befassten gebracht hat,…

und fertig

Rechtsanwalt Hänsch, Dresden | 2. August 2010 — Der Schuldner – Maschinenbauunternehmen – zahlt seine Rechnung nur ein willkürlichen Kleinraten. Irgendwann hört er ganz auf zu…

Unbelehrbar

Rechtsanwalt Hänsch, Dresden | 30. August 2010 — … und noch so eine Geschichte: Am 24.07.2007 ergeht Rechnung an den Schuldner Am 18.09.2007 geruht er, einen Teil der Rechn…

Zinsen verjährt

Schuldnerblog.de | 11. Dezember 2009 — Immer wieder habe ich auch ganz alte Forderungen in Beratungsmandaten auf dem Tisch. Bei Frau Heidrich stammt eine Forderung…