Schülerfahrtkostenerstattung für Gymnasiasten
Rechtslupe | 31. August 2011 — Schüler der 10. Klasse eines G-8-Gymnasiums haben den gleichen Anspruch auf Gewährung von Fahrkosten wie Schüler der 10. Klasse…
Die nordrhein-westfälische Schülerfahrkostenregelung beim “G 8″-Abitur – dem Abitur nach dem 12. Schuljahr verstößt nach Ansicht des Verwaltungsgerichts Minden nicht gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz. So hat das Verwaltungsgericht Minden jetzt in zwei Musterverfahren entschieden, dass die Entfernungsgrenze von 5 km für die Übernahme von Schülerfahrkosten beim Besuch der gymnasialen Oberstufe auch für diejenigen Schülerinnen und Schüler gilt, die nach Verkürzung der Sekundarstufe I auf fünf Jahre (G 8 Modell) jetzt die Einführungsphase der Sekundarstufe II erreicht haben.
Die in den beiden Verfahren beklagten Städte Detmold und Minden hatten sich unter Berufung auf die Schülerfahrkostenverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen geweigert, die für die Sekundarstufe I geltende Entfernungsgrenze von 3,5 km anzuwenden und die Kosten für eine Busfahrkarte zu übernehmen. Hiergegen wehrten sich die Kläger u. a. mit dem Argument, Schüler der verkürzten Sekundarstufe I des Gymnasiums würden benachteiligt, weil für – gleichaltrige – Schüler anderer Schulformen bis zur 10. Klasse die kürzere Entfernungsgrenze gelte. Sie würden dadurch in ihrem Grundrecht auf Gleichbehandlung verletzt.
Das Verwaltungsgericht Minden hat sich dieser Argumentation nicht angeschlossen. Eine willkürliche Benachteiligung liege nur vor, wenn es für die unterschiedlichen Entfernungsgrenzen keinen sachlichen Grund gäbe. Dies sei aber der Fall, da die maßgeblichen Entfernungsgrenzen seit jeher von der jeweils besuchten Schulstufe abhänge, also je nach dem, ob die Grundschule, die Sekundarstufe I – gleich in welcher Schulform – oder die Sekundarstufe II (Oberstufe) besucht werde. Damit werde berücksichtigt, dass mit dem Wechsel der Stufen Änderungen und steigende schulische Anforderungen verbunden seien. Das Land Nordrhein-Westfalen habe sich bewusst nicht dafür entschieden, die Erstattung von Schülerfahrkosten vom Alter der Schüler, der jeweils besuchten Klasse oder der Schulform (z.B. Gymnasium) abhängig zu machen. Da die Übernahme von Schülerfahrkosten wegen der Verpflichtung der Eltern, für den Schulweg ihrer Kinder zu sorgen, eine freiwillige Leistung des Staates sei, stehe dem Land bei der Leistungsgewährung ein weiter Gestaltungsspielraum zu. Es sei daher nicht zu beanstanden, wenn die Dauer des Besuchs der Sekundarstufe I vor dem Wechsel in die Oberstufe nicht berücksichtigt und entscheidend darauf abgestellt werde, dass alle Schülerinnen und Schüler, die im Schuljahr 2010/2011 die Oberstufe besuchen, die Qualifikation dafür nach Abschluss der Sekundarstufe I erworben hätten. Insoweit könnten alle Oberstufenschüler unter den gleichen Voraussetzungen eine Kostenübernahme …
» Vollständiger ArtikelErschienen 2. März 2011 auf http://www.rechtslupe.de.
Rechtslupe | 31. August 2011 — Schüler der 10. Klasse eines G-8-Gymnasiums haben den gleichen Anspruch auf Gewährung von Fahrkosten wie Schüler der 10. Klasse…
Rechtslupe | 30. September 2011 — Das Verwaltungsgericht Köln hat einer Klage gegen die Stadt Wipperfürth stattgegeben, nach der Schüler der 10. Klasse eines G…
Rechtslupe | 18. April 2011 — Die nordrhein-westfälischen Bestimmungen zur Fahrkostenerstattung für Schüler sind nach einer Entscheidung des Verwaltungsgeric…
sozialrechtsexperte | 28. September 2011 — VG Köln, 27.09.2011 - 10 K 7913/10 In Nordrhein-Westfalen richten sich die Fahrtkosten für Schüler nach dem Schulgesetz NRW und d…
JuracityBlog | 26. März 2007 — Das Verwaltungsgericht Minden hat den Studenten in Nordrhein-Westfalen einen herben Dämpfer verpasst und mit seinem Urteil …
JuracityBlog | 23. März 2007 — Viele Studenten in Nordrhein-Westfalen werden am kommenden Montag zum Verwaltungsgericht Minden blicken und gespannt auf die En…
Schadenfixblog | 14. April 2010 — Das Amtsgericht Minden hat durch Urteil vom 23.03.2010 – 19 C 127/09 – entschieden, dass die für die Anmietung eines Mietwagens…
Rechtslupe | 26. August 2009 — “Hass-Prediger” können ausgewiesen werden. So hat das Verwaltungsgericht Minden heute die Klage eines als asylberechtigt aner…
Blickpunkt Recht & Steuern | 5. Juni 2008 — Kapseln mit Zimtextrakt, denen eine blutzuckersenkende Wirkung zugeschrieben wird, sind Arzneimittel. Nachdem dies das Oberland…
Rechtslupe | 13. April 2011 — Das Verwaltungsgericht Arnsberg hat die Errichtung einer so genannten Gemeinschaftsschule in Finnentrop vorläufig gestoppt. Das…