Schröders größter Deal: Russland stellt EU-Beitrittsantrag
am 01.04.2006 von Jurabilis
Während man sich im Lande noch über des Ex-Kanzlers Privatvergnügen (vulgo: Pöstchen als Geschäftsführer und in Aufsichtsräten) aufregt, zeichnet sich ein ganz anderes Ausmaß der Männerfreundschaft zwischen den lupenreinen Demokraten Putin und Schröder ab:
Gestern hat die Russische Föderation bei der EU-Kommission in Brüssel einen formellen Beitrittsantrag gestellt.
Das überrascht aus mehreren Gründen - zum einen gehen einem Antrag üblicherweise jahrelange Sondierungsgespräche voraus, die Russland offenbar für entbehrlich hält.
Ein Sprecher des russischen Außenministeriums ließ verlauten, man habe im Wege stiller Diplomatie die wesentlichen Voraussetzungen geschaffen, formelle Beitrittsverhandlungen sofort aufzunehmen. Hierbei habe man sich bei der deutschen Regierung zu bedanken, die sich überaus kooperativ verhalten habe.
Der türkische Botschafter in Berlin hat die Bundesregierung aufgefordert, diese Andeutung zu erläutern. Seitens des Außenministeriums wurde bisher keine Stellungnahme abgegeben.
EU-Erweiterungskommissar Verheugen erklärte, er könne nur für die EU-Kommission sprechen - ihm sei aber nicht bekannt, dass Russland auch nur den Katalog der MOE-Staaten erfüllen könne. Bei einem Land von der Größe Russlands werde man genau zu prüfen haben, ob die gegenwärtigen Beitrittsfahrpläne übertragbar sein.
Russland gibt sich unterdessen zuversichtlich; der Finanzminister Kudrin erklärte, den Rubel schon zum Jahreswechsel an den Euro zu koppeln und spätestens 2008 den Euro als Währung einzuführen.
Der Euro-Währungsraum würde sich damit größenmäßig mehr als verdoppeln.
Unterdessen hat Gerhard Schröder von den Medien abgeschirmt sein Amt als Geschäftsführer des Gasprom-Pipeline-Konsortiums angetreten.
Deutsche Politiker zeigten sich von dem Beitrittsantrag Russlands überrascht und verärgert. FDP-Chef Westerwelle forderte Gerhard Schröder auf, sein unerträgliches, heimtückisches Werben um die Zuneigung Putins zu unterlassen. Der ehemalige Außenminister Fischer gab sich bedeckt und äußerte …
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