Schokoladenverkäufer muss psychiatrisch untersucht werden

Nach kurzer Zeit vertagen musste das Würzburger Landgericht am Dienstag den Prozess gegen einen 27-jährigen Aschaffenburger, der versucht hat, drei Tafeln Schokolade als Haschisch-Platten zu verkaufen. Erst am Montag hatte der Verteidiger dem Gericht mitgeteilt, dass der Angeklagte unter Betreuung steht. Nach kurzer Verhandlung setzte die 6. Strafkammer am Dienstag das Verfahren aus, um durch ein Sachverständigengutachten die strafrechtliche Verantwortlichkeit des 27-Jährigen überprüfen zu lassen. Auch seine Unterbringung in der Psychiatrie steht jetzt im Raum.

Wie berichtet, hat die Staatsanwaltschaft den Mann wegen Drogenhandels, versuchten Betrugs, versuchter schwerer räuberischer Erpressung und schweren Raubes angeklagt. Lassen sich alle Taten nachweisen, droht ihm eine mehrjährige Freiheitsstrafe. Der Fall ist skurril: Am 14. April 2008 traf sich der Aschaffenburger in Würzburg mit drei Männern, denen er die Schokolade für 220 Euro als Haschisch-Platten andrehen wollte.

Die potenziellen Käufer, gegen die ebenfalls wegen Handels mit Betäubungsmitteln ermittelt wird, fielen aber nicht auf den Bluff herein. Der Angeklagte soll daraufhin einen von ihnen am Hals gepackt, gewürgt und die Herausgabe des Geldes gefordert haben. Auch das klappte nicht, der Mann lief davon.

Seinen Frust ließ der 27-Jährige dann offenbar an einem weiteren Mann aus, der zu der Käufergruppe gehörte: Er entriss dem Rollstuhlfahrer mit Gewalt das Handy, um es für sich zu behalten. Dabei hatte er ein Klappmesser in der Hosentasche. „Das sind schwer wiegende Taten. Sie können von Glück sagen, dass sie nicht in Untersuchungshaft sitzen“, sagte der Vors…

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Themen: Landgericht , Gewalt

Erschienen 11. Juni 2009 auf http://www.woetzel-online.info/.

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