Schneiderhan - Verteidigungsminister wurden ausreichend beraten
Berlin (Reuters) - Die Verteidigungsminister wurden nach den Worten des entlassenen Generalinspekteurs der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, grundsätzlich ausreichend informiert.
Ohne auf den umstrittenen Luftangriff bei Kundus explizit Bezug zu nehmen, sagte Schneiderhan am Donnerstag im Kundus-Untersuchungsausschuss, es müssten Informationen für die oberste Führung stets verdichtet werden. Die Frage sei, ob die Minister immer ausreichend beraten wurden. "Das beantworte ich eindeutig mit ja", sagte Schneiderhan.
Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hatte Schneiderhan und den damaligen Staatssekretär Peter Wichert entlassen, weil er sich von ihnen über den Luftangriff mangelhaft informiert fühlte. Bei dem von einem deutschen Offizier angeordneten Luftschlag Anfang September waren auch Zivilisten getötet worden. Damals war noch Franz Josef Jung Ressortchef. Jung war nach Kritik an seinen Aussagen zu dem Luftangriff zurückgetreten. Der CDU-Politiker hatte zunächst zivile Opfer bei dem Angriff auf zwei Tanklastzüge in Frage gestellt.
Auch Jungs Nachfolger Guttenberg hatte die Bombardierung ursprünglich als angemessen bewertet, rückte davon aber später ab. Seine neue Einschätzung begründete der CSU-Politiker damit, dass ihm Berichte vorenthalten worden seien. Dafür verantwortlich seien Schneiderhan und Wichert.
Quelle: Reuters (18. März 2010)
Themen: Berlin , Germany , Western Europe , Europe , Diplomacy; International Relations , German General News , Domestic Politics , Afghanistan , Asia , Eindeutig , Franz Josef Jung , Wichert , Defence , Wichert Schneiderhan
Erschienen 18. März 2010 bei http://www.reuters.com.
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