Schmock der Woche, oder: Die aufgelockerte Laudatio

Gestern trat in München die 21. Zivilkammer des Landgerichts zusammen, um die Klage eines Soziologen aus Toronto gegen einen Publizisten aus Berlin zu verhandeln. Eine ziemlich internationale Verwicklung um „Pizza“ und „Kuhfladen“, um einen „selbstgerechten Trottel“ und um einen „promovierten Schwachkopf“. Der Anlass für die nur halbstündigen Verhandlung lag im Hebst 2004, als die Süddeutschen Zeitung einen Artikel von Y. M. Bodemann druckte. Nun steht in der Süddeutschen Zeitung vieles, was fern aller Realität siedelt, doch dieses Elaborat unterbot selbst den dort üblichen Standard. Der deutscher Soziologieprofessor und konvertierte Jude Bodemann echauffierte sich über die „antimoslemische Hetze“ deutscher Medien. Unter anderem erregte er sich darüber, dass ein harmloser Geselle wie Metin Kaplan so diffamiert wurde. Kritik an der Behandlung von Mädchen und Frauen in manchen Moslemfamilien nannte er „grausig-anekdotisch“. Es handele sich dabei um „Anpassungsprobleme vor allem von Menschen aus traditionellen Milieus“. Henryk M. Broder verlieh ihm für diese Ferndiagnose seinen renommierten Medienpreis „Schmock der Woche“. Die Broder'sche L…

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Themen: Berlin , Pizza , Toronto , Broder Schmock Der Woche

Erschienen 24. März 2006 auf http://www.jurabilis.de.

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