Schmerzhaftes Warten
Die auswärtigen Kollegen hatten mich gebeten, für sie einen Termin am Amtsgericht Mitte zu vertreten. Es ging um einen
Verkehrsunfall. Die Kollegin der Gegenseite und ich haben uns ein, zwei Minuten vor unserem Termin vor dem Saal begrüßt.
Drinnen ging es recht bewegt zu; die vor unserer terminierte Sache war noch in der so genannten “Güteverhandlung”. Gute Güte, dachte
ich mir, als ich den Saal betrat; es schien um Leben und Tod zu gehen.
Ein Pfarrer und seine Ehefrau vom Typ “grün-alternative alt-68er Vegetarier” waren Mieter einer Wohnung irgendwo in Mitte. Sie
wollten untervermieten, weil der Herr Pfarrer einen befristeten
in Johannisburg bekommen hatte. Ihre Rechtsanwältin war körperlich anwesend.
Auf der Gegenseite saßen die Beklagten, die die Ansicht vertraten, dieser Untervermietung müßten sie nicht zustimmen. Er war
pensionierter und ließ sich von seiner Ehefrau
begleiten. Ja, ich meine, auch einen Rechtsanwalt gesehen zu haben.
Geschlagene 30 Minuten habe ich mir das Theater zwischen den beiden Paaren anhören müssen. Ich war allein vom Zuschauen völlig
fertig. Und erst der arme Richter, der immer wieder - vergeblich - versuchte, den Herrschaften die Rechtslage zu erklären. Die
Verhandlungsführu…
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