Schlimm: Scotland Yard ermittelt zukünftige Mörder und Sexualstraftäter
am 28.11.2006 von http://www.strafblog.de
Nicht nur für Datenschützer schockierend ist ein Projekt von Scotland Yard, über welches die WELT heute online berichtet. Die britische Polizeibehörde stelle derzeit eine Datenbank zusammen, in der die hundert potenziell gefährlichsten einhundert Männer aufgelistet werden, die für zukünftige Morde oder Sexualstraftaten in Betracht kommen. In die Liste aufgenommen würden Männer mit einem psychologischen Profil, welches sie für entsprechende zukünftige Straftat prädestinieren. Hierzu die WELT:
Das Projekt erinnert stark an den Film „Minority Report“ von Steven Spielberg. Dort ermitteln parapsychologisch begabte Mutanten die künftigen Killer. In London geht die Polizei bürokratischer vor. Die Experten hätten die Profile mit Hilfe der Aussagen von ehemaligen Beziehungspartnern, Informationen des psychologischen Gesundheitsdienstes und früherer Anzeigen erarbeitet. „Meine Vision ist, dass wir für London wissen, wer diese hundert Menschen an der Spitze sind“, sagte Laura Richards, Psychologin von der Abteilung zur Verhinderung von Mord bei der Londoner Metropolitan Police.
So richtig es sei, im Falle von begangenen Straftaten gegen Verdächtige zu ermitteln, so obszön sei es, eine Liste von Menschen zu erstellen, die möglicherweise ein Straftat begehen könnten, meint Simon Davies, Direktor der Menschenrechtsorganisation Privacy International, und da kann ich ihm nur zustimmen.
Autor: RA Rainer Pohlen
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