POLIZEI
Alltag eines Anwaltes | 26. Januar 2011 — Heute fing der Tag mal an mit einer Verhandlung am Schöffengericht in Bad Kreuznach. Vorwurf: gewerbsmäßiger Handel mit Betäubungs…
Das war mal interessant. Es ging um den Vorwurf einer landläufig als "Scheinehe" bezeichneten Straftat. Der Angeklagte - Mandant - wurde nicht unmittelbar nach der Eheschließung von der aus Kroatien stammenden Gattin verlassen. Nach Monaten halt. Und das gefiel dem Mandanten gar nicht, weshalb er fest der Überzeugung war, dass es eine strafbare Scheinehe war. Gedacht und gehandelt war schnell. Ab zur Polizei und eine Selbstanzeige. Diese war begeistert ob der Rechtsstaatlichkeit der Selbstanzeige und nahm alles auf. Nur die Befragung war sehr kurz. Zu kurz. Nur so drei vier Fragen und ab mit der Akte zur Staatsanwaltschaft. Dort muss man gedacht haben, "schnell eine Anklage raushauen und ein Erledigungskreuzchen ergattern". Die Sache geht also zum Strafrichter der - wie so oft - unkritisch eröffnet. Dann die Hauptverhandlung mit einem Richter die wirklich gut vorbereitet war und als Erster die Befragung en detail leitete. Nachdem der Angeklagte mit seinem Geständnis herausplatzte, dass er reuig sei. Na ja. Nach der Befragung war klar, dass die beiden Angeklagten (die Gattin als zwischenzeitliche EX war auch angeklagt) tatsächlich zusammengewohnt hatten. Als wirkliche Ehe. Aha. Aber der Mandant war überzeugt, dass die Ex ihn mit der Heirat reingelegt hatte…
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