Ypsilanti überlässt Hinterbänkler Spitzenkandidatur
Reuters | 8. November 2008 — Frankfurt (Reuters) - Hessens SPD will mit dem weitgehend unbekannten Abgeordneten Thorsten Schäfer-Gümbel an der Spitze in den…
Berlin (Reuters) - Der SPD-Spitzenkandidat für die hessische Landtagswahl, Thorsten Schäfer-Gümbel, hat von der Bundesspitze seiner Partei "uneingeschränkte Solidarität" gefordert.
Deshalb wolle er voraussichtlich am Montag nach Berlin kommen, erklärte Schäfer-Gümbel dem "Tagesspiegel" (Montagsausgabe). Bisher habe es nur indirekten Kontakt mit SPD-Parteichef Franz Müntefering gegeben. Es sei kein Kandidat für ein paar Wochen und wolle einen Generationswechsel einleiten, sagte der 39-Jährige. Schäfer-Gümbel schloss weder eine Koalition mit der Linkspartei noch eine große Koalition aus. "Es geht darum, das Maximum an sozialdemokratischen Inhalten umzusetzen", sagte er der "Frankfurter Rundschau". "Ganz sicher hat eine große Koalition nicht meine erste Priorität", fügter er hinzu.
Hessens SPD hatte am Wochenende angekündigt, mit dem weitgehend unbekannten Abgeordneten an der Spitze in den Landtagswahlkampf zu ziehen. Zuvor hatte die zwei Mal mit einer Regierungsübernahme gescheiterte Parteichefin Andrea Ypsilanti ihren Verzicht auf eine erneute Spitzenkandidatur erklärt, will Partei und Fraktion in Hessen aber weiter anführen.
Der amtierende hessische Ministerpräsident Roland Koch kritisierte den Personalwechsel an der Spitze der Hessen-SPD. "Da, wo Schäfer-Gümbel draufsteht, ist nach wie vor Ypsilanti drin", sagte der CDU-Politiker in einem Interview mit "Spiegel Online". Seine Partei arbeite bei den Neuwahlen am 18. Januar auf ein Bündnis mit der FDP hin. Allerdings sehe er in letzter Zeit auch "Diskussionen mit den Grünen, die nicht wieder erlöschen werden". Zwischen Union und Grünen seien "manche Gräben zugeschüttet worden", sagte Koch.
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