Bankenhaftung für die SWAP-Geschäfte seiner Kunden
Rechtslupe | 1. November 2010 — Oberlandesgericht Stuttgart verurteilt deutsche Großbank zur Zahlung von Schadensersatz an oberschwäbischen Abwasserzweckverban…
Das Oberlandesgericht Stuttgart hat ein deutsches Kreditinstitut verurteilt, an einen Bankkunden Schadensersatz in Höhe von über 1,5 Millionen Euro wegen eines Beratungsverschulden bei Zínsswap-Verträgen zu zahlen.
Der Entscheidung des Oberlandesgericht Stuttgart lag ein Rechtsstreit gegen eine Bank zugrunde, die ihrem Kunden, einem großen mittelständischen Unternehmen, zwei Zinsswap-Verträge zum Zwecke der „Zinsoptimierung“ angeboten und empfohlen hatte. Bei einem Zinsswap vereinbaren die Parteien den Austausch von Zahlungsströmen. Die Bank verpflichtete sich, an den Kunden für die Dauer von 5 Jahren Zinsen in Höhe eines festes Zinssatzes aus einem fiktiven Betrag (hier 5 Millionen €) zu zahlen. Der Kunde verpflichtete sich im Gegenzug, einen nach einer komplizierten Rechenformel und in Abhängigkeit zu der Kursentwicklung von Interbankenzinssätzen zu berechnenden Zinssatz an die Bank zu zahlen. Dabei gewinnt die Seite, die während der Laufzeit des Vertrages an die andere Seite weniger gezahlt hat. Dem Kunden ist ein Schaden in Höhe von über 1,5 Millionen € entstanden.
Das erstinstanzlich mit dem Rechtsstreit befassten Landgericht Stuttgart hatte die Klage des Kunden unter Berücksichtigung eines 50prozentigen Mitverschuldens stattgegeben. Von den hiergegen von beiden Parteien eingelegten Berufungen hatte vor dem Oberlandesgericht Stuttgart jetzt nur die Berufung der Klägerin Erfolg. Das Oberlandesgericht Stuttgart verneinte, anders als das Landgericht Stuttgart, ein Mitverschulden des Kunden:
Die Bank habe ihrem Kunden verschwiegen, dass die Gewinn- und Verlustchancen von Swap-Verträgen nur auf der Grundlage von in der Finanzwirtschaft vorgeschriebenen Wahrscheinlichkeitsberechnungen mit Risikomodellen beurteilt werden können. Die Bank habe dem Kunden daher nicht den falschen Eindruck vermitteln dürfen, er könne die Erfolgsaussichten der angebotenen Verträge auf der Grundlage seiner „Zinsmeinung“ über die voraussichtliche Entwicklung der Interbankensätze abschätzen. Nach Ansicht des Oberlandesgerichts Stuttgart handelt es sich bei dem Swap-Vertrag um eine Art von Glücksspiel, das der Kunde mit seiner pauschalen Zinsmeinung gegen die Bank mit ihren hoch entwickelten Rechenmodellen spiele. Dies sei dem Kunden nicht bewusst gemacht worden.
Weiter beanstandet das Oberlandesgericht Stuttgart, dass die Bank selbst die Zinsswap-Verträge mit Hilfe ihrer Risikomodelle so konstruiert habe, dass der Kunde wahrscheinlich einen Verlust erleiden werde. Die Bank sei als Beraterin verpflichtet, die Interessen ihrer …
» Vollständiger ArtikelErschienen 3. März 2010 auf http://www.rechtslupe.de.
Rechtslupe | 1. November 2010 — Oberlandesgericht Stuttgart verurteilt deutsche Großbank zur Zahlung von Schadensersatz an oberschwäbischen Abwasserzweckverban…
bankundkapitalmarktrecht | 3. November 2010 — Mathias Nittel Rechtsanwalt | Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Tel.: 06221-43401-14 Eine Bank darf ihrem Kunden nicht v…
Rechtslupe | 3. November 2010 — Eine beratende Bank, die einem Kunden einen komplexen Zinsswap-Vertrag empfiehlt, muss ihn vorher darüber aufklären, dass er di…
KAPITAL-RECHTINFO | 7. März 2012 — Eine Bank muss ihre Kunden darüber aufklären, dass es bei einem Zins-Währungs-Swap eines effektiven Risikomanagements bedarf, um d…
Blickpunkt Recht & Steuern | 31. Juli 2006 — Banken, die ihre Kunden nicht auf eine sittenwidrige Überteuerung einer zu Steuersparzwecken erworbenen Immobilie hinweisen, kö…
Dies und das ... | 9. Juli 2010 — Eine Bank verletzt schuldhaft ihre Aufklärungspflicht, wenn sie ihre Kunden nicht über sogenannte Rückvergütungen aufklärt. Diese …
LawBlog | 29. November 2011 — Wenn Banken für Geldkarten Limits einrichten, schützt dies auch den Kunden. Der Bundesgerichtshof hat deshalb heute entschieden…
Dr. Graf | 22. März 2011 — Mit Urteil vom heutigen Tage hat der BGH die Deutsche Bank zu Schadensersatz i. H. v. 541.074 EUR nebst Zinsen verurteilt (XI Z…
schreibmaschine | 12. Mai 2009 — Nichts zu holen gab es für die Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV) beim Oberlandesgericht (OLG) Bamberg: Im Berufun…
CLLB - Rechtsanwälte | 28. April 2008 — Die BHW Bank habe aufgrund ihrer engen Zusammenarbeit mit der Rentadomo-Gruppe Kenntnis von den tatsächlich niedrigeren Mieteinnah…
Der Shop der Rechtslupe für Ihren Kanzleibedarf / Bürobedarf