Sarrazin lässt Zukunft bei der Bundesbank offen

Berlin (Reuters) - Der umstrittene Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin hat ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Amt nicht ausgeschlossen.

"Ich bin Bundesbanker. Jedes Amt ist zeitlich begrenzt. Wann die Begrenzung ist, wird die Zukunft zeigen", sagte Sarrazin am Mittwochabend in der ARD-Sendung "Hart aber fair." Mit Blick auf den Medienwirbel um sein Buch "Deutschland schafft sich ab", sagte der 65-Jährige: "Was an psychischem Druck auf mir lastet ist beachtlich. Das halten viele Menschen nicht aus."

Sarrazins Amtszeit endet regulär 2014. Sarrazin sieht sich jedoch mit Rücktrittsforderungen konfrontiert. Bundespräsident Christian Wulff hat der Bundesbank indirekt die Trennung von Sarrazin nahegelegt. Die Bundesbank hatte den früheren Berliner Finanzsenator zu Wochenbeginn bereits gerügt und ihn später zum Rapport bestellt. Mit einer Entscheidung über die berufliche Zukunft Sarrazins ist nach Angaben eines Bundesbanksprechers frühestens am Donnerstag zu rechnen.

Sarrazin hatte insbesondere mit der Interview-Äußerung für Empörung gesorgt, alle Juden teilten ein "bestimmtes Gen". Sarrazin sagte in "Hart aber fair", es sei im Rückblick eine "ziemliche Dummheit" gewesen, diese Äußerung im Interviewtext nicht nachträglich gestrichen zu haben. "Ich hatte da einen Blackout und habe mich von der Zeitung aufs Glatteis führen lassen." Er sei definitiv nicht der Ansicht, dass es eine genetische Identität gebe. "Es gibt aber genetische Gemeinsamkeiten der verschiedenen Gruppen der Juden", fügte Sarrazin hinzu.



Quelle: Reuters (2. September 2010)

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Themen: Berlin , Germany , Bundesbank , Western Europe , Europe , Juden , Blackout , Christian Wulff , Hart Aber Fair , Sarrazin , Economic Indicators , German Language - Equities , German Language - Money , Economic Events / Macroeconomics , Central Banks / Central Bank Events , Monetary / Fiscal Policy / Policy Makers , Wulff Sarrazin

Erschienen 2. September 2010 bei http://www.reuters.com.

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