Ärztliche Schweigepflicht

Bekanntlich unterliegen Ärzte der Schweigepflicht, dürfen also ohne Einwilligung des jeweiligen Patienten Dritten gegenüber keine Angaben etwa zu dem Status der Heilbehandlung tätigen. Wenn ich also – beispielsweise bei der Regulierung von Verkehrsunfällen – einen Arztbericht benötige, bitte ich den Mandanten, eine “Erklärung zur Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht” zu unterzeichnen, damit der Arzt mir die erforderlichen Auskünfte erteilen darf.

Vorliegend war meine Mandantin verklagt worden. Meine Mandantin hatte die bislang gesetzten gerichtlichen Fristen versäumt, da ein Kollege ihr mitgeteilt hatte, daß die Sache keine Aussicht auf Erfolg habe. Wie der Kollege zu dieser Auffassung gekommen ist, erschließt sich mir partout nicht. Man mag sich allenfalls darüber unterhalten, ob die Mandantin nun 25% oder 50% des Schadens zu ersetzen hat.

Ich war nun darauf angewiesen, möglichst zeitnah einen Arztbericht betreffend die Verletzungen meiner Mandantin zu erhalten. Meine Mandantin schlug dann vor, selbst unmittelbar den Arzt aufzusuchen und um eilige Erstellung des Arztberichtes zu bitten.

Später rief mich meine Mandantin dann an und teilte mit, daß er Arzt die Erstellung des Arztberichtes verweigert habe. Meine Mandantin möge über ihren Anwalt eine Erklärung zur Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht einreichen.

Der Sinn dieser Erklärung ist mir völlig schleierhaft, schließlich stand meine Mandantin doch in seiner Praxis und hat ihn aufgefordert, den Arztbericht zu erstellen. Bei Bedarf hätte mei…

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Erschienen 29. April 2010 auf http://kanzleiundrecht.wordpress.com.

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