Ryanair: Online-Buchungssystem mit Sicherheitslücken
Man stelle sich vor: Man plant seinen Urlaub mit der Familie an einem idyllischen Ort und freut sich auf eine entspannte Zeit – und
bucht hierfür Flüge mit – natürlich online. Doch
bei der Ankunft stellt sich heraus, dass durch das Online-System ein teurer Mietwagen gebucht wurde (der keineswegs umsonst ist) oder
der Anschlussflug erst in drei Tagen geht.
Hat man sich dann bei der Buchung einfach vertan? Nein. Denn wie der tagesspiegel gestern berichtete, lässt sich die Online-Buchung
bei Ryanair ganz leicht von Dritten manipulieren.
Das “sichere” Buchungssystem von Ryanair
Bucht man sich bei Ryanair einen Flug über das Online-Buchungssystem, kann man seine Daten später einsehen und verändern: um dies zu
tun, kann man zum einen seine Reservierungsnummer angeben, die man nach der Buchung per E-Mail zugeschickt bekommen hat.
Die Lücke im System
Die andere Möglichkeit, sich zu identifizieren, ist: Flugdatum, die bei der Buchung angegebene E-Mail-Adresse und den Abflugs- und
Ankunftsort eingeben – fertig. Und dies sind keineswegs Daten, die besonders schwer zu erraten sind, selbst, wenn man die Person nur
flüchtig kennt.
Michael Gröne, Experte für Identitätsmanagement am Institut für Internet-Sicherheit in Gelsenkirchen, sagt hierzu:
„Zur eindeutigen Identifizierung gibt es kein Geheimnis, dass nur dem Nutzer und Ryanair bekannt ist. Mit relativ wenigen, auch in
Online-Netzwerken wie Facebook öffentlich einsehbaren, Informationen ist es möglich, an die Daten zu kommen.“
Und wer ist verantwortlich?
Ryanairs Buchungssystem ist also mehr als unsicher. Persönliche Daten, die der Reisende bei der Buchung angibt, können nicht nur von
Dritten eingesehen, sondern sogar manipuliert werden.
Tipp für den Buchenden: Man sollte die Buchung gleich abspeichern und ausdrucken und spätere Änderungen, die nicht von einem selbst
getätigt wurden, gegenüber Ryanair geltend machen. Denn solange das System nicht bestimmten Sicherheitsstandards entspricht, ist
Ryanair auch für rechtswidrige Manipulationen durch Dritte verantwortlich.
Ryanair weist Bedenken zurück
„Die vom Tagesspiegel befragten Experten reden kompletten Müll“
erklärt Daniel de Carvalho, Sprecher von Ryanair. Jeder Passagier sei für die Geheimhaltung seiner Daten selbst verantwortlich.
Ganz unrecht hat er damit natürlich nicht: einer gewissen kriminellen Energie bedarf es sicherlich, um mit E-Mail-Adresse und
ungefährem Reiseziel jemandem Schaden zuzufügen. Andererseits steht Ryanair mit seinem Buchungssystem allein auf weiter Fl…
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