Referendariat Verwaltungsstation: Zwischenbilanz: Verwaltungsstation
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Mit ein wenig mehr als einem Monat Abstand, möchte ich nun auch einen kurzen Rückblick auf meine Verwaltungsstation geben.
Wie ich bereits früher schon geschrieben hatte, habe ich meine dreimonatige Verwaltungsstation in einem städtischen Rechtsamt abgeleistet. Dies war nicht meine Traumstation, aber bei den wirklich interessanten Stellen war ich mit einem Vorlauf von knapp sechs Monaten einfach zu spät dran. Meine erste Empfehlung lautet deshalb: Kümmert Euch schon möglichst früh um eine entsprechende Stelle.
In dem Rechtsamt, bei dem ich tätig war, arbeiten aktuell fünf Juristen, von denen letztendlich zwei für meine Ausbildung verantwortlich waren. Zunächst durfte ich Akten aus dem Bereich Baurecht bearbeiten, später waren es dann insbesondere sozialrechtliche Probleme, mit denen man als Student und Referendar bisher eher weniger zu tun hatte. Die eigentliche Aktenarbeit fand ich durchaus noch interessant, insbesondere war es im Baurecht einmal ganz schön, echte Baupläne in der Hand zu halten und nicht nur theoretische Beschreibungen, wie man es halt von der Uni her kennt. Richtig lustig waren die Außentermine, an denen ich mehrmals teilnehmen durfte und bei denen dann mit einer sehr kompetenten Richterin vom Verwaltungsgericht vor Ort die Probleme des streitigen Verfahrens diskutiert wurden.
Während ich also feststellen würde, dass die fachliche Arbeit beim Rechtsamt noch durchaus im Sinne einer ordentlichen Ausbildung gewesen ist, waren es die Begleitumstände, die die Station einfach unerfreulich gemacht haben.
Zunächst einmal war da die fest geschriebene Arbeitszeit. Für Referendare scheint sich in NRW irgendwie die Regel eingeschlichen zu haben, dass die Referendare 24 Wochenstunden ableisten sollen. Ich konnte dazu entweder drei Tage a 8 oder 4 Tage a 6 Stunden erscheinen. Grundsätzlich ist gegen eine solche Regelung ja nichts einzuwenden, zumindest dann nicht, wenn man in dieser Zeit auch etwas zu arbeiten hat. Ist man aber mit der Arbeit fertig und der zuständige Ausbilder bereits im verlängerten Wochenende, wurde trotzdem erwartet, dass man die vorgegebenen 24 Stunden absitzt. Da ich grundsätzlich besseres zu tun habe, als irgendwo däumchendrehend Zeit abzusitzen, habe ich mich dann irgendwann einfach früher nach Hause verabschiedet, woraufhin ich angemahnt wurde, doch bitte meine 24 Stunden voll zu machen. Auf meinen Einwand hin, dass ich das ja gerne machen würde, soweit ich etwas zu tun hätte, wollte man dann zum Glück aber keine weitere Diskussion mit mir führen. Im Falle einer Kollegin war das jedoch etwas anders. Diese wurde mehrfach einfach im Büro sitzen gelassen, obwohl sie nichts mehr zu tun hatte. Ihr Ausbilder teilte ihr lediglich mit, sobald er wieder etwas für sie habe, würde er ihr dies vorbeibringen, was dann dazu führte, dass sie drei Tage am Stück auf Arbeit wartend Solitaire spielend verbrachte. Wäre mir das passiert, wäre ich …
» Vollständiger ArtikelErschienen 16. Januar 2009 auf http://www.rechtseinblicke.de.
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