RSV-Agent im Abschlusswahn?
am 14.03.2006 von RA-Blog
Ein Mandant bittet mich, gegen den Mieter eines kleinen Ladenlokals vorzugehen, da dieser schon mehrere Monate die Miete schuldig bleibt. Er ist rechtsschutzversichert. Bei der ÖRAG. Die ÖRAG schreibt:
(…) Für den uns übermittelten Sachverhalt können wir keinen Rechtsschutz zusagen. Es werden Interessen bezüglich eines gewerblich genutzten Objekts wahrgenommen. Bei uns besteht ein Rechtsschutz-Vertrag (…), der die selbstgenutzte Wohnung umfasst. Das betroffene Gewerbeobjekt ist hier nicht versichert.
Der Mandant springt im Dreieck. Er habe doch extra diesen Vermieterrechtsschutz haben wollen, deswegen wollte er seinen bestehenden Vertrag um dieses Risiko ergänzen. Der Versicherungsvertreter wäre doch noch bei ihm gewesen und hätte sich das vermietete Ladenlokal angesehen. Gar kein Problem, das machen wir, das wäre gar nicht teuer, hätte der gesagt. Er knöpft sich den Vertreter vor. Och, druckst der herum, da wäre bestimmt ein Fehler passiert bei der Zentrale. Er werde da mal anrufen. Später ruft er den Mandanten nochmal an. Der Sachbearbeiter wäre in Urlaub, es würde noch was dauern. Noch später: Es wäre jetzt alles klar, der Mandant würde in Kürze eine neue Police bekommen, wo das Risiko (rückwirkend) dann mit erfasst wäre. Mal sehen.
Und was hat man dem Mandanten da überhaupt verkauft? Vermieterrechtsschutz für die selbstgenutzte Wohnung? Oder Mieterrechtsschutz für eine eigene Wohnung? Oder eine Tüte Luft?
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