Merkel für weitere Erkundung von Gorleben als Atommüll-Endlager
Reuters | 4. September 2009 — Berlin (Reuters) - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich für eine weitere Erkundung des Salzstocks Gorleben als Atommüll-Endla…
Gorleben (Reuters) - Bundesumweltminister Norbert Röttgen hat den Anwohnern in Gorleben ein Höchstmaß an Offenheit bei der Erkundung des Salzstocks als Atomendlager zugesagt.
"Ich bringe ein Angebot für Transparenz und Information mit, dass es in den vergangenen 35 Jahren hier noch nicht gegeben hat", sagte der Minister am Donnerstag in 840 Meter Tiefe bei einem Besuch des Schachts. "Vertrauensbildung ist ganz wichtig." Anders als beim Bahnhofsprojekt Stuttgart21 stehe man noch am Anfang des Projekts und könne die Region umfassend beteiligen. "Ich halte das demokratisch für notwendig, um Akzeptanz zu erreichen", sagte der Minister bei seinem ersten Besuch in der Region.
Unter anderem solle ein Forum im Internet für Transparenz sorgen. Der stellvertretenden CDU-Vorsitzende betonte erneut, die Erkundung bedeute nicht, dass hier auch das Endlager für hochradioaktiven Müll entstehen werde. "Es kann sein, dass wir schon nach kurzer Zeit ein KO-Kriterium finden".
Im Oktober hatte Röttgen das von Rot-Grün verhängte Moratorium über die Erkundung des Gorlebener Salzstocks unter heftigem Protest der Anwohner aufgehoben. Sie argumentieren wie die Opposition im Bundestag, dass mit der Erkundung eine Vorentscheidung für einen Bau getroffen sei. Auf Unverständnis trifft vor allen, dass die Regierung derzeit keine weiteren Standorte für das Lager prüfen will. Die Opposition hat zudem einen Untersuchungsausschuss des Bundestages eingesetzt, mit dem sie nachweisen will, dass Gorleben vor rund 40 Jahren allein aus politischen Gründen als mögliches Endlager bestimmt wurde.
In Gorleben wollte sich Röttgen auch mit Vertretern von Gemeinden und Kirchen sowie dem Rechteinhaber für den Salzstock treffen. Im Zuge der Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke hatte Schwarz-Gelb allerdings auch eine Enteignung möglich gemacht.
Die Laufzeitverlängerung hatte die gesamte Atomdebatte in Deutschland neu angeheizt und auch die Proteste in der Region Gorleben neu entflammen lassen. Zehntausende hatten im November gegen einen Atommülltransport in das Zwischenlager in Gorleben protestiert.
Erschienen 2. Dezember 2010 bei http://www.reuters.com.
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