Bericht: Regierung will Atommüll nach Russland transportieren
Reuters | 9. November 2010 — Berlin (Reuters) - Die Bundesregierung plant einem Zeitungsbericht zufolge drei Castor-Transporte mit Atommüll nach Russland. …
Berlin (Reuters) - Aus Deutschland wird vorerst kein Atommüll-Transport nach Russland rollen.
Bundesumweltminister Norbert Röttgen lehnte am Montag eine Genehmigung für die geplanten Castor-Transporte aus dem nordrhein-westfälischen Zwischenlager Ahaus zur russischen Wiederaufarbeitungsanlage Majak ab. Der CDU-Politiker begründete dies damit, ihm fehle die "positive Überzeugung", dass die vorgeschriebene schadlose Verwertung des Atommülls gewährleistet sei. Die Atomanlage im Majak sei gegenwärtig nicht in Betrieb. Daher könne er auch nicht deren Sicherheit beurteilen.
In bis zu 18 Castor-Behältern sollten 951 Brennelemente, die aus dem stillgelegten sächsischen Forschungsreaktor Rossendorf stammen, nach Russland gebracht werden. Das Bundesamt für Strahlenschutz hatte den Transport im September genehmigt. Die Ausfuhrgenehmigung stand aber noch aus. Die Brennelemente waren aus der Sowjetunion in die damalige DDR geliefert worden. Russland verpflichtete sich zur Rücknahme. Die Brennstäbe werden im zentralen Zwischenlager Ahaus gelagert. "Sie bleiben dort", sagte eine Sprecherin Röttgens.
Ein endgültiges Aus bedeutet Röttgens Nein nicht. Wenn sich der Sachverhalt ändere, könne der Transport erneut beantragt werden, sagte er in Bonn. Auch andere EU-Staaten liefern Brennelemente aus Forschungsreaktoren zurück nach Russland.
Die Grünen, die die Atomanlage am Ural für unsicher halten, lobten Röttgens Entscheidung. "Nach vielen atompolitischen Fehlentscheidungen endlich mal eine richtige Entscheidung", sagte deren Atomexpertin Sylvia Kotting-Uhl.
Erschienen 6. Dezember 2010 bei http://www.reuters.com.
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