Schavan kündigt neues Programm zur Klimaforschung an
Reuters | 24. Dezember 2009 — Berlin (Reuters) - Die Bundesregierung will in den nächsten sechs Jahren rund zwei Milliarden Euro in Klima- und Nachhaltigkeit…
Berlin (Reuters) - Bundesumweltminister Norbert Röttgen hat nach dem Scheitern des Weltklimagipfels von Kopenhagen schwere Vorwürfe gegen die USA und China erhoben.
US-Präsident Barack Obama und der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao hätten sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner verständigt, sagte Röttgen dem Magazin "Spiegel" laut Vorabbericht vom Samstag. "China will nicht führen, die USA können nicht führen." Beiden Länder stoßen weltweit am meisten Kohlendioxid aus.
Es sei der Tiefpunkt der Klimagespräche gewesen, als China sogar eine einseitige CO2-Reduktion der Industrieländer um mindestens 80 Prozent bis 2050 nicht akzeptiert habe, sagte der CDU-Minister. Nicht um Klimaschutz sei es den Chinesen gegangen, "sondern um Verhinderung". In den USA gelinge es unterdessen den politischen Eliten nicht, Mehrheiten für den Klimaschutz zu gewinnen. Zu viele Amerikaner wollten nur "billiges Geld haben, um zu konsumieren, und wollen ihren CO2-Ausstoß nicht limitieren", sagte Röttgen.
Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel kritisierte China ebenfalls scharf. Schwellenländer wie China hätten in Kopenhagen "so getan, als seien sie Entwicklungsländer wie alle anderen", sagte der FDP-Politiker dem "Hamburger Abendblatt" (Montagausgabe). Dabei zählten sie zu den größten Emittenten von Treibhausgasen. Die Regierungen der Schwellenländer sollten erkennen, dass eine bloße Fortsetzung des Kyoto-Protokolls "mit Deutschland nicht zu machen" sei.
Niebel machte sich für einen globalen Emissionshandel stark. "Die Erderwärmung lässt sich am besten mit marktwirtschaftlichen Instrumenten begrenzen", sagte er. "Ein globaler Emissionshandel ist das Ziel, das wir anstreben müssen". Dann bekomme jeder Staat eine gewisse Menge an Kohlendioxid-Zertifikaten. Wer mehr ausstoßen wolle, als ihm zustehe, müsse Emissionsrechte von anderen Staaten zukaufen.
RÖTTGEN UND SCHAVAN: REGIERUNG HÄLT AN KLIMA-ZIELEN FEST
Die Forderung von BDI-Präsident Hans-Peter Keitel, das deutsche Klimaschutzziel von 40 Prozent weniger CO2 bis 2020 wegen des Debakels in Kopenhagen abzusenken, lehnte Röttgen ab. "Dieses Ziel ist die Bedingung für unseren Wohlstand", sagte der Umweltminister unter Verweis auf Exporterfolge mit Energie- und Umwelttechnologien. "Wir sollten das Geld nicht ins Ausland schicken, um Öl zu kaufen, sondern mit deutscher Ingenieursleistung bei uns Arbeitsplätze schaffen."
Auch Forschungsministerin Annette Schavan bekräftigte das Versprechen der Regierung, den Kohlendioxidausstoß in Deutschland bis 2020 um 40 Prozent zu senken. "Wir wussten, was wir taten, als wir das 40-Prozent-Ziel im Koalitionsvertrag verankert haben", sagte die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende dem "Hamburger Abendblatt". Deutschland werde Kurs halten und den CO2-Ausstoß konsequent senken. Als Industriestaat habe Deutschland eine besondere Verantwortung.
Das Ergebnis des Weltklimagipfels von Kopenhagen nannte Schavan enttäuschend. "Es darf aber nicht zu einer resignativen Stimmung führen nach dem Motto: Wenn schon so eine große Konferenz nichts erreicht, dann stellen wir das Thema besser auch weg", warnte sie. "Die Enttäuschung von Kopenhagen muss Kräfte freisetzen, die notwendigen Ziele zu erreichen." Dabei spielten Forschung und technologische Entwicklung eine große Rolle.
Bei dem Klimagipfel in Kopenhagen hatten sich die Staats- und Regierungschefs nur mühsam auf einen Minimal-Kompromiss einigen können. Demnach nimmt die Staatengemeinschaft zur Kenntnis, dass die Erderwärmung nicht über zwei Grad steigen darf. Damit wäre nach Einschätzung von Experten der Klimawandel mit seinen katastrophalen Folgen für Mensch und Natur gerade noch beherrschbar. Wie dieses Ziel aber erreicht werden soll, bleibt weiterhin unklar. In dem Dokument von Kopenhagen sind keine konkreten Reduktionsziele für den CO2-Ausstoß festgehalten worden. Bei Treffen in Bonn und Mexiko-Stadt sollen im nächsten Jahr nun weitere Verhandlungen unter dem Dach der Vereinten Nationen stattfinden.
Erschienen 27. Dezember 2009 bei http://www.reuters.com.
Reuters | 24. Dezember 2009 — Berlin (Reuters) - Die Bundesregierung will in den nächsten sechs Jahren rund zwei Milliarden Euro in Klima- und Nachhaltigkeit…
Reuters | 23. Dezember 2009 — Berlin (Reuters) - Nach dem gescheiterten Klimagipfel von Kopenhagen will Bundesumweltminister Norbert Röttgen Deutschland für …
Reuters | 17. Dezember 2009 — Berlin/Kopenhagen (Reuters) - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat unmittelbar vor der entscheidenden Runde der Weltklimakonferenz…
Reuters | 3. Dezember 2009 — Berlin (Reuters) - Bundesumweltminister Norbert Röttgen sieht trotz neuer Einwände aus den Schwellenländern gute Chancen für ei…
Reuters | 6. Juli 2009 — Berlin (Reuters) - Deutschland hat im Ringen um den weltweiten Klimaschutz erstmals Vorschläge für ein weltweites Abkommen vorg…
Reuters | 22. Januar 2010 — Brüssel/Neu-Delhi (Reuters) - Die EU hält nach dem Rückschlag beim Kopenhagener Klimagipfel ihr Angebot eines stärkeren Abbaus …
Reuters | 17. Dezember 2009 — Kopenhagen (Reuters) - Angesichts der festgefahrenen Verhandlungen der Weltklimakonferenz haben Politiker aus aller Welt vor ei…
Reuters | 13. Dezember 2009 — Kopenhagen (Reuters) - Vor dem Endspurt beim Klimagipfel in Kopenhagen haben sich Umweltminister am Sonntag um eine Annäherung …
Reuters | 20. September 2009 — Berlin (Reuters) - Kurz vor einer internationalen Klima-Konferenz in New York machen Deutschland und Frankreich gemeinsam Druck…
Reuters | 25. Januar 2010 — Berlin (Reuters) - Deutschland unterstützt ehrgeizigere Klimaziele in der Europäischen Union. Bundesumweltminister Norbert Rö…