Röttgen will bei Klimagipfel mehr als Lösungen in Einzelpunkten

Berlin (Reuters) - Im Kampf gegen den Klimawandel will sich Deutschland beim Weltklimatreffen im mexikanischen Cancun nicht mit Erfolgen in Einzelpunkten zufrieden geben. "Wir brauchen ein Paket", sagte Umweltminister Norbert Röttgen am Montag in Berlin. "Ich bin gegen isolierte Einzellösungen." Dies sei auch die Position der Europäischen Union. Viele offene Punkte seien dafür zu eng miteinander verknüpft. "Wir sind hart gegen ein Rosinenpicken." Möglich sei ein Paket etwa mit einer Festschreibung der einzelnen Kohlendioxid(CO2)-Reduktionspläne der Länder, einem Verfahren zum Überprüfen der Verpflichtungen von Staaten sowie der offizielle Einigung auf ein Zwei-Grad-Ziel. Die Welttemperatur soll also im Schnitt nicht mehr als zwei Grad über die vorindustrielle Zeit hinaus steigen.

Anders als bei der gescheiterten Kopenhagen-Konferenz vor einem Jahr werden in Cancun weder ein Weltklimavertrag noch zusätzliche CO2-Verpflichtungen angepeilt. Bei der Konferenz sollen von Montag an die 194 Staaten laut Röttgen weitere kleine Schritte machen und nicht auf den großen Sprung abzielen. Das Klimaproblem hat sich zuletzt eher verschärft: 2010 wird voraussichtlich das wärmste Jahr seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen.

Kopenhagen war auch daran gescheitert, dass etwa China oder Indien sich gegen internationale Verträge unter dem Dach der UN sträuben. Daher sollen nun zumindest die teilweise erheblichen nationalen Anstrengungen der Staaten zumindest festgeschrieben werden. Sie reichen für das Zwei-Grad-Ziel aber bei weitem nicht aus. Röttgen will so auch hier keine isolierte Lösung zulassen wie etwa beim Waldschutz. Eingebunden werden sollen in das Paket auch Detailregelungen für den Klimafonds: Mit diesem soll die Anpassung der Entwicklungsländer an den Klimawandel finanziert werden. Deutschland hat für Soforthilfe für drei Jahre gut 1,2 Milliarden Euro bereitgestellt.

Im Jahr 2012 läuft der Klimavertrag von Kyoto aus, der allerdings vor allem von den Europäern Kürzungen beim CO2-Ausstoß verlangt hat. Zu einer Verlängerung ist die EU grundsätzlich bereit, erwartet aber von Schwellenländern wie China, aber auch von den USA einen Beitrag. Ohne diese kann die Erderwärmung nicht gebremst werden. Aber auch die Frage der Kyoto-Verlängerung soll erst bei einem späteren UN-Klimatreffen geklärt werden.



Quelle: Reuters (29. November 2010)

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Themen: Berlin , Germany , Western Europe , Europe , European Union , China , United States , Norbert , Mexico , Klimawandel , Environment , Energy , German Language - General , German Language - Equities , Government / Politics , Emissions Market

Erschienen 29. November 2010 bei http://www.reuters.com.

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