Rösler zuversichtlich bei Schweinegrippen-Impfstoff
Reuters | 10. November 2009 — Berlin (Reuters) - Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler hat sich optimistisch gezeigt, dass Engpässe bei der Versorgung mit…
Berlin (Reuters) - Die Bundesregierung will mit den Ländern und den obersten Gesundheitsbehörden über die Beseitigung von Schwachstellen bei der Schweinegrippe-Impfung beraten.
Gesundheitsminister Philipp Rösler kündigte am Sonntag in Berlin an, er werde am Montag mit seinen Länderkollegen darüber telefonieren. Am Mittwoch werde es dann in Berlin einen Impf-Gipfel mit den Länder-Ministern und den obersten Seuchenbekämpfern geben. Dort werde es darum gehen, "wo hakt es, wo klemmt es, und wo müssen wir gegebenenfalls besser werden". Die Industrie forderte der FDP-Minister auf, so schnell wie möglich mehr Impfstoff zu liefern, damit die vor zwei Wochen begonnene größte Impfaktion in der Geschichte der Bundesrepublik ein Erfolg werde.
Nach der Zunahme der Todesfälle durch die neue Grippe haben viele Bürger ihre Vorbehalte gegen die Impfung aufgegeben und für einen Ansturm auf die Praxen und Gesundheitsämter gesorgt. Es fehlt aber an Impfärzten, und in einigen Bundesländern hakt es auch mit dem Nachschub von Impfstoff. Insgesamt haben die Länder 50 Millionen Impfdosen geordert.
Rösler sagte, die Industrie stehe in der Verantwortung, so schnell wie möglich die bestellten mengen auszuliefern. Der Pharmariese GSK habe seine Produktionsverfahren umgestellt, so dass in den nächsten Wochen ein erhöhter Ausstoß an Impfstoff zu erwarten sei. Aber auch dann könne es immer mal wieder zu regionalen Engpässen kommen, sagte der Minister und bat die Bürger um Geduld.
SLOWAKEI MACHT GRENZE ZU UKRAINE DICHT
Wegen der Schweinegrippe-Epidemie in der Ukraine hat die benachbarte Slowakei ihre Grenze weitgehend abgeschottet. Nur der größte Übergang bleibe geöffnet, teilte der slowakische Innenminister Robert Kalinak mit. Hier sollten Ärzte die Reisenden kontrollieren und mutmaßlichen Infizierten die Einreise verbieten. Damit solle die Europäische Union vor einer Ausbreitung der Krankheit geschützt werden, sagte der Minister des EU-Mitglieds Slowakei.
In der Ukraine sind mehr als 750.000 Menschen an der sogenannten Schweinegrippe erkrankt. In den vergangenen Wochen sind daran bereits mehr als 100 Menschen gestorben. Ende Oktober wurden alle Schulen geschlossen, alle öffentlichen Veranstaltungen verboten und Reisebeschränkungen im Inland verhängt. Wegen der Epidemie soll sogar die für Januar geplante Präsidentenwahl auf Mai verschoben werden.
Erschienen 8. November 2009 bei http://www.reuters.com.
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