Robert Pragst – Auf Bewährung
Gedankensalat | 13. Dezember 2011 — Robert Pragst – Auf Bewährung Mein Jahr als Staatsanwalt Der junge Robert Pragst landet im letzten Jahr seiner Zeit als Probericht…
Robert Pragst – Auf Bewährung Mein Jahr als Staatsanwalt
Der junge Robert Pragst landet im letzten Jahr seiner Zeit als Proberichter bei der Staatsanwaltschaft Berlin. Diese Abordnung freut ihn nicht wirklich, sein Berufswunsch ist Zivilrichter. Und so beginnt für ihn sein Jahr als Staatsanwalt in der mit Abstand größten Staatsanwaltschaft Deutschlands.
Auf Bewährung ist eine autobiographische Erzählung, gekoppelt mit der Geschichte eines Kleinkriminellen. Der rote Faden des Buches ist ein Überfall auf ein kleines Lebensmittelgeschäft in Berlin-Friedrichshain. Der wahre Fall landete bei Pragst auf dem Schreibtisch. Seine Erlebnisse im Zusammenhang mit diesem Verfahren verknüpft er mit kleineren Abstechern zu einem der Täter des Raubüberfalls: Sinan.
Der ganz normale Alltag in der Staatsanwaltschaft Berlin mutet manchem eher absurd an. So ist die Kaffeeküche – als Café Jura bekannt – , zugleich auch das Büro von Pragst und seiner Kollegin. Gürteltiere winden sich reihenweise neben Bauchwehakten. Und ganz nebenbei sind auch noch die monatlichen Statistiken des Dezernats mit 150 Verfahren nicht gerade motivierend. Leider sind die Statistiken auch Grund zum Gespräch beim Abteilungsleiter Dr. Ring, bei dem sicherlich kein Kuscheln angesagt ist.
Robert Pragst aber kämpft sich durch. Nicht immer läuft es rund, da gehen schon mal Beweismittel auf dem Amtsweg verloren, und der Angeklagte, dessen Schuld durch ebendieses Beweisstück feststand, muss freigesprochen werden. Und auch die Rechtsprechung ist nicht ohne Tücken. In dubio pro reo bedeutet eben auch, dass es sehr darauf ankommt, wer sich wie gut vor Gericht verkauft. Wem ein gewisses Maß an Abgebrühtheit fehlt, wer nicht hartgesotten ist und über Sätze wie »Das ist doch nur ein schwerer Raubüberfall« ins Grübeln kommt, ist als Staatsanwalt keine Idealbesetzung. Das muss auch der Autor feststellen; innerhalb eines Vergewaltigungsprozesses realisiert er wie schwierig die Tätigkeit als Staatsanwalt sein kann.
Robert Pragst versucht in seinem Buch dem Leser die Möglichkeit zu geben, ein realistisches Bild von der Tätigkeit eines Staatswanlt zu gewinnen. Eines, das mit dem medial in Gerichtsshows vermittelten Dasein des Staatsanwalts nichts zu tun hat.
Video zum Buch:
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» Vollständiger ArtikelErschienen 13. Dezember 2011 auf http://www.juristischer-gedankensalat.de.
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