Richterlicher Notdienst in der Nacht …

… scheitert nach Ansicht zumindest eines beteiligten Richters daran, daß er

Kräfte für den nächsten Tag sammeln

muß. Ok, aber das müssen Krankenschwestern auch. Und Strafverteidiger. Nun ja, es mag bei Richtern anders liegen.

Aber es gibt ein weiteres Argument des zitierten (von mir geschätzten) Richters dafür, ab 23 Uhr die Schlafmütze überzuziehen:

Dem Richter ist die Ermittlungsakte also samt dem Antrag der StA vorzulegen. Er hat die Akte durchzuarbeiten und ggf. einen Durchsuchungsbeschluss schriftlich mit Begründung zu erlassen, zu unterschreiben und mit dem Dienstsiegel zu versehen. Da die Richter normalerweise nicht neben dem AG-Gebäude wohnen, ist mit Anfahrtzeiten zu rechnen.

Wenn ich mir so anschaue, wie in Moabit die Akten transportiert werden, dann hat ballmann Recht.

Wie sähe es denn aus, wenn sich die Ermittlungsbehörden und die Justiz einmal dazu aufraffen könnten, mit Technik zu arbeiten, die dem übrigen Volk seit mehr als einem Jahrzehnt zur Verfügung steht? Den Adobe Akrobat und Flachbettscanner gab es schon, als ich noch Hausarbeiten für das JPA schreiben mußte.

Der Polizei-Bericht flugs auf dem Laptop getippt, die Digitalfotos zur Akte gespeichtert, mit der Karte signiert, per UMTS durch ein VPN an den Bereitschafts-Staatsanwalt, von dort elektronisch weiter an die richterliche Schlafmütze, die kurz gelupft wird. Studium der Akte im Bett liegend und per VPN die Mitteilung an das SEK vor Ort, daß die Durchsuchung un…

» Vollständiger Artikel
  • Infos zum Artikel
  • Kommentare
  • Ähnliches
  • Links

Themen: Justiz , Notdienst , Volk , Elektronisch , Adobe , Laptop , Richterlicher Notdienst

Erschienen 30. Januar 2009 auf http://www.kanzlei-hoenig.de.

Sie haben eine Meinung zum Thema? Artikels kommentieren
Artikel kommentieren
Auch zu Richterlicher Notdienst:

Das ausgeschaltete Bereitschaftshandy

Im Namen des Volkers | 29. Januar 2009 — Rechtsanwalt Vetter hat nach eigenem Bekunden wieder etwas dazu gelernt, nämlich dass die Bereitschaftsrichter im LG Bezi…

VERLOREN

LawBlog | 12. Januar 2005 — Brief eines Richters: Die Akte zum Verfahren D. ./. S. ist bedauerlicherweise seit November 2004 nicht mehr auffindbar. All…

Kleinlauter Verteidiger

kanzlei-hoenig.de | 7. Februar 2011 — Ich hatte den Richter darum gebeten, mir die Akte sogleich nach dem Termin zur Einsicht mitzugeben. Gegen meine Zusicherung, di…

Überfordertes Gericht

kanzlei-hoenig.de | 7. November 2007 — In einer Strafsache haben wir beim Amtsgericht Tiergarten Akteneinsicht beantragt. Und darum gebeten, uns die Akte zuzusenden; …

Boykott des Richters?

kanzlei-hoenig.de | 6. Oktober 2009 — Der Mandant wird beim Klauen erwischt. Ein einfacher Diebstahl. Aber: Er ist Ausländer und hat keinen festen Wohnsitz in Deutsc…

NudeGirls17: Oberfauler Richter

kanzlei-hoenig.de | 2. September 2009 — Es ist mittlerweile üblich geworden, daß die Staatsanwaltschaften hier in Moabit ihre Anträge auf Erlaß eines Haftbefehls so …

Vollmacht: Kein Laufbursche der Amtsanwaltschaft

kanzlei-hoenig.de | 30. November 2007 — Ich hatte Akteneinsicht bei der Amtsanwaltschaft beantragt. Die Amtsanwältin ruft in der Kanzlei an und teilt mit: Die Zusendun…

Dezernatsarbeit: Dezernatsarbeit

Rechtseinblicke | 6. Mai 2008 — Heute durfte ich Dezernatsarbeit machen. Vielen dürfte das kein Begriff sein. Unter Dezernatsarbeit versteht man vereinfacht ge…

Formatklau und seine Folgen in anwaltlichen Schriftsätzen

Rechtsanwalt News | 31. Juli 2008 — Jede Kanzlei hat ihren eigenen Weg Schriftsätze zu gestalten. Das fängt beim Briefkopf an, geht aber bei der Gestaltung des Tex…

Verbummelte Dokumente

LawBlog | 11. Dezember 2009 — Der Berliner Strafverteidiger Carsten R. Hoenig muss eine Entscheidung treffen. Das Gericht hat Anträge verbummelt, die er in…

Das ausgeschaltete Bereitschaftshandy « Im Namen des Volkers