Rentenbeitragssenkung entfällt 2014 - Kein Riestern bei Hartz IV

Berlin (Reuters) - Die von der Bundesregierung geplante Streichung des Rentenbeitrages für Hartz-IV-Bezieher bezahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber mit einem höheren Beitragssatz.

Nach der Finanzschätzung von Arbeitsministerium und Rentenversicherung "entfällt dadurch die mögliche Beitragssatzsenkung um 0,3 Prozentpunkte" im Jahr 2014 auf dann 19,6 Prozent. Dies teilte die Deutsche Rentenversicherung Bund am Montag in einer Anhörung des Haushaltsausschusses des Bundestages mit.

Der Verzicht auf eine Absenkung des Beitragssatzes um 0,3 Punkte kostet im Schnitt Arbeitgeber und Arbeitnehmer etwa je vier Euro im Monat. Gutverdiener mit einem Monatseinkommen über der Bemessungsgrenze von 5500 Euro im Westen kommen auf das Doppelte.

Derzeit überweist der Bund monatlich 40,80 Euro als Rentenbeitrag für Hartz-IV-Bezieher an die Rentenversicherung. Pro Jahr sind das rund zwei Milliarden Euro. Diese werden vom kommenden Jahr an gestrichen. Dadurch fehlen der Rentenkasse bis 2014 insgesamt acht Milliarden Euro. Auf die Höhe einer Altersrente von Hartz-IV-Beziehern hat das kaum Einfluss: Ihr monatlicher Rentenanspruch hat sich durch die bisherige Beitragszahlung des Bundes pro Jahr um 2,09 Euro erhöht.

HARTZ-IV-BEZIEHER FALLEN AUS RIESTER-FÖRDERUNG

Durch den Wegfall der Versicherungspflicht haben Bezieher von Arbeitslosengeld II (Hartz IV) keinen Anspruch mehr auf die staatliche Zulage für Riester-Verträge zur privaten Altersvorsorge. "Hier bedarf es noch einer ergänzenden Regelung durch den Gesetzgeber, um sicherzustellen, dass die Bezieher von Arbeitslosengeld II auch nach dem 1. Januar 2011 weiterhin zum förderberechtigten Personenkreis zählen", forderte die Rentenbehörde in ihrer Stellungnahme.



Quelle: Reuters (4. Oktober 2010)

  • Infos zum Artikel
  • Kommentare
  • Ähnliches

Themen: Berlin , Germany , Hartz IV , Western Europe , Europe , Westen , Arbeitslosengeld II , Deutsche Rentenversicherung Bund , German Language - General , Government / Politics , Central/eastern Europe , Eurozone Countries , Economic Events / Macroeconomics , Labour / Personnel , Company Events

Erschienen 4. Oktober 2010 bei http://www.reuters.com.

Sie haben eine Meinung zum Thema? Artikels kommentieren
Artikel kommentieren

Rentenkasse: Sparbeschlüsse verzögern Beitragssenkung

Reuters | 24. Juni 2010Berlin (Reuters) - Durch die Sparvorhaben der Bundesregierung verzögert sich die für 2014 geplante Senkung des Beitragssatzes z…

Arbeitsministerium gegen mehr Geld für Hartz-IV-Empfänger

Reuters | 13. Juli 2009Berlin (Reuters) - Das Bundesarbeitsministerium hat einen Vorstoß der Bundesagentur für Arbeit (BA) zurückgewiesen, bestimmte …

Bundesregierung verringert Anteil an Hartz-IV-Wohnungskosten

Reuters | 7. Oktober 2009Berlin (Reuters) - Entgegen den Forderungen von Gemeinden, Städten und Kreisen verringert die Bundesregierung den Anteil des Bu…

Zeitung: Beitragssatz zur Rentenversicherung wird nicht sinken

Reuters | 21. Juli 2010Berlin (Reuters) - Die Bundesregierung wird den Beitragssatz zur Rentenversicherung einem Zeitungsbericht zufolge wegen des Spa…

Reform bringt Einschnitte für Hartz-IV-Aufstocker

Reuters | 5. Oktober 2010Berlin (Reuters) - Die von der Bundesregierung geplante Neuregelung der Zuverdienste läuft auf eine Verschlechterung für die Me…

Koalition: Vom Hartz-IV-Zuverdienst soll mehr übrig bleiben

Reuters | 8. Oktober 2010Berlin (Reuters) - Für erwerbstätige Hartz-IV-Bezieher soll von einem Zuverdienst etwas mehr übrigbleiben. Eine Spitzenrunde …

Rentenversicherung: Beitragssenkung im Wahljahr 2013 möglich

Reuters | 24. Februar 2011Berlin (Reuters) - Die Rentenversicherung hält eine Verringerung des Beitragssatzes im Bundestagswahljahr 2013 für möglich. I…

Renten steigen 2011 - Beiträge können 2014 sinken

Reuters | 9. November 2010Berlin (Reuters) - Nach der Nullrunde in diesem Jahr können die rund 20 Millionen Rentner wieder mit einer Anhebung ihrer Bezüg…

Linke prangern Milliarden-Subvention für Niedriglöhne an

Reuters | 12. August 2010Berlin (Reuters) - Der Staat hat nach Lesart der Linkspartei in den vergangenen Jahren etwa 50 Milliarden Euro ausgegeben, um …

Linke: Niedriglöhne kosten Staat 50 Milliarden Euro

Reuters | 12. August 2010Berlin (Reuters) - Der Staat hat nach Lesart der Linkspartei in den vergangenen Jahren etwa 50 Milliarden Euro ausgegeben, um …